ARENH, ein System unter Spannung
Das System Accès Régulé à l’Électricité Nucléaire Historique (ARENH), das 2010 durch das Gesetz loi NOME eingeführt wurde, ermöglicht es alternativen Anbietern, einen Teil des Atomstroms von EDF zu einem regulierten Preis zu kaufen. Das Ziel war es, den Wettbewerb auf dem Strommarkt zu fördern.
Nicolas Sarkozy hat dieses Gesetz unter Zwang unterzeichnet, angesichts der Drohung einer Geldstrafe von 20 Milliarden Euro durch die Commission Européenne wegen unlauteren Wettbewerbs. France profitierte damals von sehr wettbewerbsfähigen Strompreisen im Vergleich zu Allemagne.
„Das bedeutete, dem Wettbewerb die Rente unserer historischen Kernenergie zu überlassen, die von den Steuerzahlern bezahlt wurde und die an die privaten Steuerzahler und die gesamte Industrie hätte verteilt werden müssen.“
So wurde ein künstlicher Markt geschaffen, mit rund einhundert alternativen Anbietern, die Rechnungen ausstellten, ohne Strom zu erzeugen. Durch die Annahme dieser Erpressung hat France Allemagne zum Nachteil der eigenen Interessen bevorzugt.
Die Auswirkungen von ARENH auf den Markt
Der von ARENH festgelegte Preis beträgt 42 €/MWh für ein maximales Volumen von 100 TWh pro Jahr. Die Begünstigten sind die alternativen Anbieter und die großen industriellen Verbraucher. Dieses System hat die Entstehung neuer Anbieter begünstigt und den Verbrauchern somit mehr Auswahl geboten.
ARENH hat auch dazu beigetragen, bestimmte Preiserhöhungen während der Energiekrise zu begrenzen, und ist in die Berechnung des tarif réglementé de vente (TRV) integriert. Wenn die Nachfrage jedoch die Obergrenze von 100 TWh übersteigt, müssen die Anbieter den Überschuss auf dem Großhandelsmarkt einkaufen, was zu einer Erhöhung der Rechnungen führen kann.
Das Ende von ARENH und seine Folgen
ARENH wird am 31. Dezember 2025 unter europäischem Druck, den finanziellen Bedürfnissen von EDF und der Marktentwicklung enden. Sein Wegfall im Jahr 2026 könnte zu einer erhöhten Preisvolatilität und einer Tarifdifferenzierung führen.
ARENH wird durch das Versement Nucléaire Universel (VNU) ersetzt, das darauf abzielt, eine Regulierung aufrechtzuerhalten und gleichzeitig eine bessere Vergütung für EDF zu gewährleisten. Nach Ihrer Rückkehr aus dem Urlaub ist mit einer Erhöhung des Tarif Réglementé de Vente zu rechnen, wobei die TVA auf das Abonnement von 5,5 auf 20 % steigt. Diese erneute Erhöhung ist der Commission européenne zuzuschreiben.
Bernard Bertucco Van Damme