06.08.2026
Zurück zur Ausgabe Nr. 249

Editorial

Europäische Automobilindustrie, das ist der finale Crash!

Ausgabe Nr. 249 · Erschienen am 18. November 2025

Die europäische Automobilindustrie in Gefahr

In France wiederholt sich seit den 1980er Jahren das schleichende Verschwinden großer Industriezweige. Die Öffnung des europäischen Marktes für nicht beherrschte Technologien hat den französischen Sektor geschwächt. Die überambitionierten Umweltnormen haben erhebliche Kosten verursacht und die industrielle Wettbewerbsfähigkeit geschwächt.

Der überstürzte Übergang zum Elektrofahrzeug hat zu einem Arbeitsplatzabbau geführt. Er hat zudem mangels Investitionen in eine europäische Wertschöpfungskette eine verstärkte Abhängigkeit von ausländischen Batterien geschaffen. Die Kaufbeihilfen kamen externen Akteuren zugute, zum Nachteil der lokalen Industrie.

Die politischen Entscheidungen werden die Situation weiter verschlimmern, was erhebliche Arbeitsplatzverluste und eine Verarmung der Bevölkerung zur Folge haben wird.

Die außerhalb von Europe ansässigen Hersteller setzen ihre Entwicklung fort, ohne den Umweltauflagen unterworfen zu sein. Dies verschärft die Anfälligkeit des europäischen Industriesektors. Der Chancelier d'Allemagne ist nach Bruxelles gereist, um die Aufgabe der Frist von 2035 für Verbrennungsmotoren zu fordern. Er verteidigt nun diese Technologie angesichts des Booms der Elektromobilität.

Der chinesische Wettbewerb und die deutschen Herausforderungen

Der Rückgang der Verkäufe deutscher Autos ist besorgniserregend. Chinesische Marken dominieren den Elektrofahrzeugmarkt und drängen die westlichen Hersteller in den Hintergrund. Das Segment der Verbrennungsmotoren ist bei einer älteren Kundschaft weiterhin sehr beliebt. Chine macht Allemagne auf dessen eigenem Territorium und in Chine Konkurrenz.

Die amerikanischen Zollgebühren beeinträchtigen die deutschen Exporte und führen zu erheblichen finanziellen Verlusten. Der deutsche Automobilsektor, der größte private Arbeitgeber des Landes, ist geschwächt. Mehrere Zulieferer und Hersteller kündigen massiven Stellenabbau an.

Die ungewisse Zukunft der Branche

Einem Bericht zufolge wurden im vergangenen Jahr 50.000 Arbeitsplätze vernichtet, und die Situation könnte sich 2025 weiter verschlechtern. Die Union européenne hat das Jahr 2035 als Frist für „emissionsfreie“ Fahrzeuge festgelegt. Während France diese Frist unterstützt, plädiert sie für eine flexible Anwendung. Das Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit der Automobilbranche zu erhalten.

France bekräftigt ihr Ziel, eine führende Nation bei Elektrofahrzeugen zu werden. Aber zu welchem Preis für die Beschäftigung?

Bernard Bertucco Van Damme