Stagnierende Kaufkraft
Trotz ihrer Anstrengungen stagniert die Kaufkraft der Franzosen. Früher lebte jede Generation dank ihrer Arbeit besser als die vorherige. Ein weit verbreitetes Gefühl der Verarmung ist heute in der Mittelschicht festzustellen.
Die politische Unsicherheit hat zu einer tiefen wirtschaftlichen Unsicherheit geführt. Die Franzosen sind besorgt und erwarten konkrete Maßnahmen. Sie wollen nicht mehr nur von Hoffnung leben und wünschen sich einen Ausweg aus der Spirale, die sie in Armut und Kollektivismus zieht.
Die Franzosen sollen sich seit der Wahl von François Mitterrand verarmt haben.
Wirtschaftliche Stagnation und Unternehmensinsolvenzen
Im Jahr 1980 hatte Frankreich das gleiche Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf wie Deutschland. Wir produzieren nicht mehr genug Wohlstand. Laut dem Beratungsunternehmen Quintet hat sich der Lebensstandard der Franzosen in den letzten fünfzehn Jahren nicht verbessert. Liegt es am Euro? Die Frage bleibt offen.
Die steigenden Preise verringern die Kaufkraft, die kaum mit den Lebenshaltungskosten Schritt halten kann. Der Lebensstandard stagniert, da das Nettoeinkommen angesichts der galoppierenden Inflation nicht ausreichend steigt. Die Abgaben auf die Gehälter verschlimmern die Situation.
Es muss eine Entwicklung der Arbeitsvergütung in Betracht gezogen werden, um den Lebensstandard zu verbessern. Die Kluft zwischen Brutto- und Nettolohn vergrößert sich: Von 100 € Verdienst bleiben nur noch 54 € übrig, im Vergleich zu 60 € vor 30 Jahren und 69 € vor 50 Jahren.
Die Rentner und die Zukunft
Warum gibt es in Frankreich so viele Unternehmensinsolvenzen? Die Industrie wird durch den internationalen Wettbewerb und die Energiepreise geschwächt. Die Zahl der Unternehmensinsolvenzen hat in diesem Jahr 68.000 erreicht. Die steigenden Energietarife, hohe Zinssätze und das Auslaufen staatlicher Hilfen erklären diese Ausfälle zum Teil. In den letzten zwei Jahren wurden in den PME mehr als 6.000 Arbeitsplätze abgebaut.
Der Gesetzentwurf zur Finanzierung der Sécurité sociale sah ein Einfrieren der Renten für 2026 vor, aber diese Maßnahme wurde abgelehnt. Die Rentner werden ab Januar 2026 von einer Aufwertung der Grundrente profitieren. Die Zusatzrente Agirc-Arrco bleibt eingefroren. Der Anstieg wird laut Insee auf etwa 1 % begrenzt sein. Dies reicht nicht aus, um die steigenden Lebenshaltungskosten, insbesondere für Energie und Lebensmittel, auszugleichen.
Mit einer Erhöhung von 10 € pro Monat können sich Rentner gerade einmal 2 Kilo Chicorée kaufen. Nicht sehr erfreulich!
Das gesamte Team von La Gazette du Var wünscht Ihnen schöne Feiertage zum Jahresende.
Bernard Bertucco Van Damme