Das Mittelmeer, das Theater der Welt, Gewissen der Geschichte
Am 8. und 9. Oktober war Toulon Gastgeber der 4. Rencontres Stratégiques de la Méditerranée (RSMed), organisiert von der Fondation Méditerranéenne.

Bei dieser Gelegenheit hielt François de Canson, Vizepräsident der Région Sud, eine bemerkenswerte Rede über die geopolitische, kulturelle und spirituelle Bedeutung des Mittelmeers. „Hier, in Toulon, dem Hafen der Wachsamkeit und des Mutes, blickt Frankreich auf das Mittelmeer“, erklärte François de Canson und würdigte die Rolle der FMES als „Schule der Klarheit“ und „Schmelztiegel eines französischen strategischen Denkens“. Für den Regionalpolitiker ist das Mittelmeer nicht nur ein Meer, sondern „eine Wunde und ein Versprechen“: Als Zeuge von Kriegen, Exilen und Spaltungen bleibt es auch die Wiege der Zivilisationen und das Symbol des Glaubens an den Frieden.
„Das Mittelmeer ist ein moralischer Raum, in dem sich die Menschheit noch immer über ihr Schicksal befragt“, betonte er. Angesichts der Brüche der modernen Welt – Kriege, Migrationen, Klimawandel, Einflussrivalitäten – muss Frankreich seiner Meinung nach eine Macht des Gleichgewichts bleiben.
Er würdigte die Arbeit der FMES, geleitet von Admiral Pascal Ausseur, die „Wachsamkeit, Urteilsvermögen und kritischen Geist lehrt“, in einer Zeit, in der „Desinformation Zweifel sät“. Mit Blick auf die Rückkehr des Tragischen in die Geschichte erinnerte er daran, dass „ein hochintensiver Krieg keine Hypothese mehr ist“, und rief zu Klarheit und Mitgefühl auf: „Freie Völker haben nicht das Recht, naiv zu sein.
Wachen bedeutet standzuhalten, Hass abzulehnen, ohne auf Gerechtigkeit zu verzichten.“ François de Canson hob auch das Engagement der Région Sud für Verteidigung und Souveränität hervor: Als führende Region Frankreichs in Bezug auf das Personal des Verteidigungsministeriums und den militärischen Grundbesitz hat sie eine langfristige Politik aufgebaut, indem sie die Base Industrielle et Technologique de Défense unterstützt und den Parcours Défense mit der DGA und der FMES ins Leben gerufen hat.
Eine Opération d'Intérêt Régional „Sécurité-Défense“ wird dieses strategische Ökosystem weiter stärken. An die anwesenden Jugendlichen gerichtet – mehr als 800 Gymnasiasten – betonte er, dass „das erste Schlachtfeld das Bewusstsein ist: Die intellektuelle Wiederaufrüstung muss ihnen die Vorliebe für die Wahrheit, den Sinn für das Kollektiv und den Stolz geben, einer Nation anzugehören, die handelt“.
Schließlich schloss er mit der Berufung des Südens und Frankreichs: „Im Licht dieses Meeres muss Frankreich wieder das werden, was es nie hätte aufhören dürfen zu sein: eine Macht des Gleichgewichts, des Dialogs und der Souveränität. Der Süden ist Frankreich in seiner ganzen Wahrheit: offen, stolz, mutig und hellsichtig.
Wachsamkeit ist keine Angst: Sie ist die moderne Form des Mutes.“


Fotos PRESSE AGENCE.