François de Canson: „Das Gewicht des Schweigens auf euren 17-jährigen Schultern“
Am 21. Januar reiste François de Canson, Vizepräsident der Région, in Begleitung von Gymnasiasten der Region nach Auschwitz-Birkenau.

Jedes Jahr organisiert die Région Sud im Rahmen ihrer Politik „Mémoire et Citoyenneté“ eine Studienreise nach Auschwitz-Birkenau mit Gymnasiasten aus Provence-Alpes- Côte d'Azur. Für das Schuljahr 2025-2026 wurden 10 Schulen ausgewählt, davon 5 aus der Académie de Nice. Diese Maßnahme ist Gegenstand einer dreijährigen Vereinbarung mit dem Mémorial de la Shoah, die durch eine jährliche regionale Finanzierung von 127 000 € unterstützt wird und es jedes Jahr über 350 Gymnasiasten und Mitgliedern des Parlement Régional de la Jeunesse ermöglicht, daran teilzunehmen. Für diese Gymnasiasten machte die Reise nach Pologne aus einer Geschichtsstunde eine zu tragende Verantwortung, wie François de Canson erzählte: „Sie brachen mitten im Winter auf, in der klirrenden Kälte von Pologne. Gymnasiasten mit Notizbuch und Stift in der Hand, wie bei einer ganz normalen Klassenfahrt. Doch in der Stille des Flugzeugs, das sie nach Cracovie brachte, schwebte eine Spannung. In ihren Köpfen Schwarz-Weiß-Bilder, in der Klasse gelernte Daten und Namen. Auschwitz. Ein Wort, ein Begriff, eine dunkle Seite in ihren Lehrbüchern. Sie sollten dorthin reisen, und nichts konnte sie auf den Schock der Realität vorbereiten.“
PORTAL DER HÖLLE

Der Vizepräsident der Région fügt hinzu: „Der erste Kontakt ist ein eisiger Hauch. Nicht nur der des Wetters, sondern der der Geschichte. Der Bus parkt, die Türen öffnen sich in ein Schweigen, das das Lachen der Jugendlichen nicht mehr zu brechen wagt. Vor ihnen die traurig berühmte Inschrift: « Arbeit Macht Frei ». Das Tor von Auschwitz I. Plötzlich ist der Geschichtsunterricht keine Abstraktion mehr. Die roten Backsteinmauern, der Stacheldraht, der grausame Linien in den grauen Himmel zeichnet... alles ist da. Léa, eine Schülerin der Abschlussklasse aus Toulon, drückt den Arm ihrer Freundin. »Es ist... real. Ich weiß nicht warum, aber in meinem Kopf war es wie ein Film. Jetzt ist es direkt vor uns«. Der Rundgang beginnt, die Schritte sind langsam, fast andächtig, auf dem Boden, den so viele andere zum letzten Mal betreten haben. Block für Block nimmt das Grauen Gestalt an. Hinter den Vitrinen Berge von Koffern, Kinderschuhen, Brillen, Haaren... Ganze Leben, die auf Gegenstände reduziert wurden. Eineinhalb Millionen Menschen. Die so oft gehörte Zahl explodiert in einer Unzahl zerbrochener Schicksale. Jeder abgetragene Schuh, jeder Koffer, auf dem noch ein Name lesbar ist, erzählt eine Geschichte. Die Anonymität der Statistik weicht den Gesichtern. Die Emotionen überwältigen sie. Tränen fließen schweigend über die Wangen junger Menschen, die sich vor wenigen Stunden noch Sorgen um ihre nächsten Prüfungen machten. Der Führer bleibt stehen, seine Stimme ist ruhig, aber seine Worte wiegen eine Tonne.“
ABGRUND UNTER FREIEM HIMMEL

Puis vient Birkenau. Le changement d'échelle est un coup de poing. Une plaine immense, glaciale, balayée par le vent. La voie ferrée s'enfonce jusqu'au cœur du camp, jusqu'aux ruines des chambres à gaz et des crématoires dynamités par les nazis dans leur fuite. “C'est ici que l'industrie de la mort a atteint son paroxysme. En se tenant sur la rampe de sélection, là où le destin de centaines de milliers de familles s’est joué en quelques secondes, le vertige prend. L'esprit ne peut concevoir l'immensité de la haine organisée. Le poids de ce lieu s’abat sur les épaules de ces jeunes de 17 ans. Ce n'est plus de la tristesse, c'est une prise de conscience écrasante”, a rappelé François de Canson. Dans l'avion du retour, l'ambiance a changé. Le silence n'est plus de l'appréhension, il est habité. Chargé de ce qu'ils ont vu, de ce qu'ils ont ressenti. Ils ne sont plus seulement des élèves. Enfin, l'élu de la Région a insisté : “Ils sont devenus des témoins. Non responsables du passé, mais responsables de l'avenir. Le « Plus jamais ça » n’est plus un simple slogan. C’est une promesse murmurée dans le froid polonais, une dette morale qu'ils porteront en eux. Une leçon que ni les livres ni les films n'auraient pu leur enseigner, gravée à jamais par le silence d'Auschwitz”.

Fotos Région Sud.