13.08.2026
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HYERES : Sonnenfinsternis vom 12. August – „Innerhalb weniger Tage ist die Nachfrage nach Brillen förmlich explodiert“

Mit dem Herannahen der Sonnenfinsternis vom 12. August stehen die Apotheken vor einer außergewöhnlichen Nachfrage nach Schutzbrillen.

DRVon Die RedaktionJournalist 12. August 2026 Lesezeit: 3 Min.
Éclipse solaire observée avec des lunettes de protection
Éclipse solaire observée avec des lunettes de protection© La Gazette du Var
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Eine Begeisterung, die sich in den letzten Tagen schlagartig beschleunigt und viele Fachleute überrumpelt hat.

„Bis Ende letzter Woche hatten wir eine völlig normale Nachfrage. Die Patienten holten ihre Brillen nach und nach ab. Nichts deutete auf eine solche Beschleunigung hin. Und dann, innerhalb weniger Tage, änderte sich alles: Die Anrufe häuften sich, die Menschen kamen teils in Scharen, und wir sahen uns mit einer extrem hohen Nachfrage konfrontiert. Die Bestände waren sehr schnell erschöpft“, erzählt Marion Cros, Apothekerin in Hyères.

Für die Apotheker ist diese Situation umso bemerkenswerter, als die Sonnenfinsternis am 12. August alles andere als ein alltägliches Ereignis ist. Es handelt sich um die bedeutendste in Frankreich sichtbare Sonnenfinsternis seit dem 11. August 1999. Je nach Region werden mehr als 90 % der Sonnenscheibe verdeckt sein, im Südwesten erreicht das Phänomen fast 99,5 %. Erst im Jahr 2081 wird wieder eine totale Sonnenfinsternis vom französischen Festland aus zu sehen sein.

Marion Cros, pharmacienne à Hyères

„Es ist ein wahrer Moment fürs Leben. Viele Menschen erinnern sich noch an die Finsternis von 1999. Sie möchten diese nun mit ihren Kindern oder Enkeln erleben. Für manche ist es wohl ein Ereignis, das sie nur ein einziges Mal im Leben sehen werden. Man versteht diese Begeisterung also vollkommen“, fügt die junge Apothekerin hinzu.

Doch diese späte Mobilisierung setzt die Apotheken heute stark unter Druck. In vielen Verkaufsstellen gibt es bereits Lieferengpässe. Die Möglichkeiten der Nachbestellung sind wenige Stunden vor dem Ereignis sehr begrenzt.

„Rückblickend denke ich, dass wir gemeinschaftlich das Ausmaß der Nachfrage nicht ausreichend vorhergesehen haben. Natürlich wussten wir, dass die Finsternis stattfinden würde. Aber wir haben nicht ermessen, wie sehr sich das Interesse der Öffentlichkeit auf die allerletzten Tage konzentrieren würde. In der Apotheke sind wir es gewohnt, Besucherpeaks durch Epidemien oder Lieferengpässe bei Medikamenten zu bewältigen. Hier ist es ganz anders: Es strömen keine Kranken herbei, sondern ganze Familien, die einfach nur ein außergewöhnliches Ereignis in aller Sicherheit erleben wollen“, fährt Marion Cros fort.

Diese Sicherheit bleibt eben die wesentliche Botschaft der Apotheker. Die Sonne ohne geeignete Ausrüstung direkt zu betrachten, kann schwere Netzhautschäden verursachen. Die verwendeten Brillen müssen speziell für die Sonnenbeobachtung entwickelt worden sein und der Norm ISO 12312-2 entsprechen. Herkömmliche Sonnenbrillen, selbst sehr dunkle, bieten keineswegs ausreichenden Schutz.

„Unsere Rolle besteht also nicht nur darin, Brillen zu verkaufen oder zu verteilen. Sie besteht auch in der Prävention. Selbst wenn wir leider keine Bestände mehr haben, müssen wir die Menschen weiterhin mahnen, keinesfalls direkt in die Sonne zu blicken und nicht mit ungeeignetem Schutz zu improvisieren“, präzisiert Frau Cros weiter.

Über den Trubel der letzten Tage hinaus wird diese Sonnenfinsternis vor allem als ein seltenes, populäres und generationenübergreifendes Ereignis in Erinnerung bleiben.

„Es hat letztendlich etwas Schönes, wenn sich so viele Menschen für ein Naturphänomen begeistern. Wir hätten uns einfach gewünscht, diese Welle besser antizipieren zu können, damit jeder sie in aller Ruhe genießen kann. Diese Erfahrung muss uns auch eine Lehre sein: Wenn ein so außergewöhnliches Ereignis angekündigt wird, müssen Prävention und Vorbereitung viel früher beginnen“, schließt die junge Frau mit einem breiten Lächeln.