27.07.2026

Richter und UN-Experten überdenken den Schutz des Lebendigen

Die Université de Toulon war Gastgeber der ersten Assises du droit de la nature, einem Gipfel zur Anpassung des Rechtsrahmens an ökologische Herausforderungen.

DRVon Die RedaktionJournalist 20. Juli 2026 Lesezeit: 2 Min.
Magistrats et experts de l'ONU repensent la protection du vivant
Magistrats et experts de l'ONU repensent la protection du vivant© La Gazette du Var
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Angesichts der Beschleunigung der Klimakrise, des Verlusts der biologischen Vielfalt und des wachsenden Drucks auf die lebenswichtigen Ressourcen stößt das aktuelle Rechtssystem an seine Grenzen.

Um auf diese Dringlichkeit zu reagieren, veranstaltete die Université de Toulon vom 1. bis 3. Juli die ersten Assises du droit de la nature. Diese bedeutende Veranstaltung brachte hohe Richter, Akademiker, internationale Experten und Vertreter der Zivilgesellschaft zusammen, um den rechtlichen Schutz des Lebendigen neu zu überdenken.

Hohe Richter

Ziel war es, eine Bestandsaufnahme der bestehenden rechtlichen Instrumente vorzunehmen und die Entstehung eines neuen normativen Rahmens zu untersuchen, der den heutigen globalen Umwälzungen besser gerecht wird.

Diese Assises fanden unter der wissenschaftlichen Leitung führender Persönlichkeiten statt: Gilles Charbonnier, Avocat général an der Cour de cassation, sowie Caroline Regad und Cédric Riot, Dozenten und Forscher an der Faculté de droit de Toulon. Alle drei sind Experten des Programms „Harmony with Nature“ der Nations Unies.

Die ersten beiden Tage waren den 3èmes Rencontres des hauts magistrats de l'espace international francophone gewidmet. Sie wurden von der Association internationale des procureurs et poursuivants francophones (AIPPF) organisiert und brachten Richter, Staatsanwälte und Akademiker aus mehreren Ländern zusammen.

Die Debatten drehten sich um konkrete Fälle und Erfahrungsberichte zu Themen wie Umweltbeeinträchtigungen, dem Einfluss ökologischer Herausforderungen auf Institutionen und dem Aufkommen neuer Rechtskonzepte.

Eine Rechtspersönlichkeit für die Natur?

Eine zentrale Frage wurde debattiert: die Zuerkennung einer Rechtspersönlichkeit für die Natur, die es ermöglichen würde, Ökosysteme (Flüsse, Wälder) als Rechtssubjekte vor Gericht zu verteidigen.

Dieser Ansatz, der bereits in mehreren Ländern erprobt wurde, stellt einen wichtigen Entwicklungspfad für das Umweltrecht dar.

Ein Ziel für den Sommet de la Terre 2030

Durch den Dialog zwischen Rechtspraktikern, Wissenschaftlern und Akteuren vor Ort waren diese Assises Teil einer Reflexion, die unter der Schirmherrschaft der Nations Unies geführt wurde.

Sie zielten darauf ab, den gerichtlichen Schutz von Ökosystemen weiterzuentwickeln und die Neufassung der ODD im Hinblick auf den Sommet de la Terre de 2030 zu speisen.

Die Université de Toulon bestätigte damit ihre Rolle als Schnittstelle zwischen Forschung, Institutionen und Zivilgesellschaft, um die rechtlichen Rahmenbedingungen von morgen zu schaffen.

Artikel aus der Printausgabe von La Gazette du Var