TOULON: Monique BARBUT im Kampf gegen die Elektrische Ameise, neue Waffen im Var getestet
Ministerin Monique Barbut wohnte im Var den Tests einer neuen Bestäubungstechnik zur Bekämpfung der Elektrischen Ameise bei.
Ministerin Monique Barbut wohnte im Var den Tests einer neuen Bestäubungstechnik zur Bekämpfung der Elektrischen Ameise bei. Der Kampf gegen die Elektrische Ameise, eine besonders aggressive, invasive gebietsfremde Art, hat an diesem Freitag, dem 22. Mai 2026, eine neue Phase erreicht. Monique Barbut, Ministerin für den ökologischen Übergang, die biologische Vielfalt und die Klima- und Naturverhandlungen, reiste in das Var, um die ersten Versuche einer Bestäubungsmethode zu überwachen. Diese Methode, die kürzlich durch einen ministeriellen Erlass genehmigt wurde, zielt darauf ab, die Herde dieser Art, die sich seit ihrer ersten Entdeckung im Jahr 2022 im Departement ausbreitet, wirksamer zu bekämpfen.
Eine gesundheitliche, ökologische und wirtschaftliche Plage
Die ursprünglich aus Mittel- und Südamerika stammende Elektrische Ameise (Wasmannia auropunctata) ist auf europäischer Ebene als invasive gebietsfremde Art eingestuft, was eine rasche Interventionspflicht vorschreibt. Ihre Präsenz ist alles andere als harmlos. Gesundheitlich sind ihre Stiche, obwohl im Allgemeinen ungefährlich, wiederkehrend und sehr schmerzhaft, was die Lebensqualität der Bewohner in den befallenen Gebieten erheblich beeinträchtigt. Auch die Auswirkungen auf die Umwelt sind gravierend. Die Elektrische Ameise neigt dazu, lokale Ameisenarten zu verdrängen, was die biologische Vielfalt tiefgreifend stört. Darüber hinaus begünstigt sie die Entwicklung von Blattläusen und Schildläusen, was die Vegetation und die Kulturen schwächt. Schließlich werden wirtschaftliche Folgen befürchtet. In bereits besiedelten Gebieten wie Chypre wirft die Art solche Probleme für die Landwirtschaft auf, dass Schwierigkeiten bei der Rekrutierung von landwirtschaftlichen Arbeitskräften beobachtet werden.
Drei aktive Herde im Var identifiziert
Das Departement Var steht an vorderster Front im Kampf gegen diese Invasion. Der erste Herd, der als historisch eingestuft wird, wurde 2022 in Toulon nach Berichten über Stiche, die bis ins Jahr 2019 zurückreichen, identifiziert. Er wird heute auf etwa vier Hektar geschätzt. Ein zweiter Herd wurde 2024 in La Croix-Valmer entdeckt und erstreckt sich über fast drei Hektar. Vor Kurzem, im März 2026, wurde ein dritter Herd in Cavalaire-sur-Mer nachgewiesen. Genetische Analysen haben gezeigt, dass der im Var vorhandene Klon mit dem in Chypre und in Israël gefundenen identisch ist, was die entscheidende Frage nach den Einschleppungswegen aufwirft, die wahrscheinlich mit dem Transport von Pflanzen oder Erde zusammenhängen.
Vom Experiment zu einer intensiveren Bekämpfung
Ein erstes operatives Bekämpfungsprojekt wurde 2025 in Toulon gestartet, geleitet von den Universitätsexperten Luc Gomel und Olivier Blight, mit FREDON PACA als Akteur vor Ort. Das ursprüngliche Protokoll, das auf Köderspendern basierte, zeigte seine Wirksamkeit in bebauten Gebieten, aber auch seine Grenzen. Da die Elektrische Ameise in kleinen, wenig mobilen Kolonien lebt, wurden viele „vergessene Zonen“ zwischen den Spendern zu Reservoirs, die eine Neubesiedlung ermöglichten. Angesichts dieser Erkenntnis wurde die Bestäubungstechnik vorgeschlagen. Durch eine homogenere Anwendung des Produkts soll sie den verbleibenden Kolonien keine Chance lassen. Ihre Genehmigung durch eine ministerielle Ausnahmeregelung markiert einen Wendepunkt in der Ausrottungsstrategie.
Auf dem Weg zu einem Arsenal an ergänzenden Lösungen
Parallel zu dieser neuen Methode wurde ein zweites Produkt im Wege einer Ausnahmeregelung zugelassen. Es bietet den Vorteil, ein bereits für die biologische Landwirtschaft zugelassenes Molekül zu verwenden, was ein vielversprechender Ansatz für ökologisch sensible Gebiete ist. Seine tatsächliche Wirksamkeit gegen die Elektrische Ameise unter den lokalen klimatischen Bedingungen muss jedoch noch nachgewiesen werden. In diesem Jahr werden daher spezifische Versuche gestartet, um seine Attraktivität, Wirksamkeit und Haltbarkeit zu bewerten. Das Ziel besteht nicht darin, das derzeitige Protokoll zu ersetzen, sondern langfristig eine Reihe sich ergänzender Lösungen zu schaffen, die je nach Kontext einfacher einzusetzen sind.
Eine allgemeine und finanzierte Mobilisierung
Die Strategie des Staates gliedert sich nun in mehrere Achsen. Zunächst geht es darum, die Behandlungen im historischen Herd von Toulon mit dem Ziel einer vollständigen Ausrottung fortzusetzen. Danach ist es zwingend erforderlich, schnell in den neuen Herden von La Croix-Valmer und Cavalaire-sur-Mer zu handeln. Dies erfordert eine präzise Kartierung der befallenen Gebiete, eine enge Abstimmung mit den betroffenen Eigentümern, massive Behandlungskampagnen und Präventionsmaßnahmen zur Verhinderung einer weiteren Verbreitung, insbesondere durch die Entsorgung von Grünabfällen. Um die Überwachung und Reaktionsfähigkeit zu optimieren, wurde eine Melde-App eingerichtet: Vigi-sud.fr. Diese Kriegsanstrengung wird durch eine erhebliche staatliche Finanzierung unterstützt, die sich derzeit auf 440 000 Euro beläuft.
Der Artikel wurde auf der Grundlage einer an die Redaktion übermittelten Pressemitteilung verfasst