27.07.2026

Die zwei Welten von Aloïse und Baya

Im Rahmen der Ausstellung „Dubuffet et les magiciens - Expressions singulières 1945-2000“ zeigt das musée du Niel 5 Werke, die allesamt...

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 19. August 2025 Lesezeit: 2 Min.
Les deux mondes de Aloïse et de Baya
Les deux mondes de Aloïse et de Baya© La Gazette du Var
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Denn die beiden ausgestellten Künstlerinnen gestalten ihre eigene Welt in Form einer persönlichen Kosmogonie!

Es sind die zwei Welten von Aloïse und Baya. Dennoch verbindet sie auf ihren Lebenswegen nichts.

Die eine lebt in Suisse, die andere in Algérie. Die eine stammt aus einer traditionellen Angestelltenfamilie, die andere aus so einfachen Verhältnissen, dass sie keinen Zugang zu Bildung hatte. Die eine, die das Schicksal stets einschränken wollte, die andere, der ein Glücksfall, eine Begegnung und unvorhersehbare Treffen die Emanzipation ermöglichten.

Die gezeichneten oder gemalten Blicke offenbaren, wie die eine, indem sie ein Bühnenbild liefert, sich der Außenwelt verweigert und sich hinter der blauen Maske ihrer Figuren versteckt; wie die andere endlos stilisierte und mit Khol umrandete Augen im Profil zeichnet, die auf derselben Ebene sowohl von den Kleidern ihrer Figuren als auch von den geschwungenen Linien einer stilisierten Natur verlängert werden.

EINZIGARTIGE KÜNSTLERINNEN Beim gleichzeitigen Entdecken des Werks dieser beiden einzigartigen Künstlerinnen knüpft sich die Verbindung außerhalb der Zeit. Ihre Persönlichkeit, ihr Geist scheinen durch das Zusammenwirken eines doppelten Traumas, eines persönlichen und eines historischen, geprägt worden zu sein. Aloïse war gezwungen, mit der Ankündigung des Krieges zwischen Prusse und France ihre Arbeit als Erzieherin am Hof von Guillaume II aufzugeben.

Sie musste ihre Träume vom Frieden hinter sich lassen. Ihre Schizophrenie verschlimmerte sich und man beschloss, sie 1918 in La Rosière zu internieren. Sie kehrte der Welt von damals den Rücken, plötzlich von allen familiären und sozialen Bindungen abgeschnitten.

Sie erlebte ihre Zwangsweisung als Tod. Baya wiederum sah sich mit dem Elend ihrer Heimat Algérie und dem Verlust ihrer Eltern als Kind konfrontiert.

Als erwachsene Frau wurde sie mit dem Unabhängigkeitskrieg konfrontiert, der lang und von seltener Gewalt war. Aus dem Schlamm, den Trümmern ihres Lebens und der Welt entflohen beide und herrschten über ihre bildhafte Welt, allein mit Stiften, Kreiden oder Gouache.

949 gehörten die beiden Künstlerinnen zur Sammlung der Art Brut des Kunstzentrums von Lausanne, in der galerie Drouin mit mehr als zweihundert Werken von dreiundsechzig Autoren. Unter ihnen bereits Aloïse Corbaz, über die Dubuffet sagte: „Ich glaube, dass der riesige, tausendteilige Wandteppich von Aloïse als die einzige wirklich glänzende Manifestation des eigentlichen weiblichen Pulsschlags in der Malerei angesehen werden kann“.

Was Baya betrifft, so fand ihre erste Begegnung mit Jean Dubuffet zwar 1947 in Alger statt, doch dreißig Jahre später wurde sie mit einer bedeutenden Schenkung ihrer Werke an die Sammlung Dubuffet gewürdigt: „Die Werke“, sagte er, „sind äußerst fesselnd und für mich sehr anregend.

Les deux mondes de Aloïse et de Baya

En découvrant simultanément l’œuvre de ces deux artistes singulières, le lien se tisse hors du temps. Leur personnalité, leur esprit, semblent avoir été forgés par la collusion d’un double traumatisme, personnel et historique. Aloïse est obligée avec l’annonce de la guerre entre la Prusse et la France de renoncer à son travail de gouvernante à la Cour de Guillaume II. Elle doit laisser derrière elle ses rêves de paix. Sa schizophrénie s’aggrave et on décide de l’interner à La Rosière en 1918. Elle tourne alors le dos au monde d’autrefois, coupée soudainement de tous liens familiaux et sociaux. Elle vit son internement forcé comme une mort. De son côté, Baya est confrontée à la misère de son Algérie natale et à la perte de ses parents encore enfant. Devenue femme, elle sera confrontée à la guerre d’indépendance, longue et d’une rare violence. De la boue, des décombres de leur vie et du monde, elles s’évadent l’une et l’autre et règnent sur leur monde pictural juste au moyen de crayons, de craies ou de gouache. En 949, les deux artistes font partie de la collection de l’Art Brut du centre d’art de Lausanne, à la galerie Drouin avec plus de deuxcents travaux de soixante-trois auteurs. Parmi eux déjà Aloïse Corbaz, dont Dubuffet disait : « Je crois que la vaste tapisserie à mille volets d’Aloïse peut être considérée comme la seule manifestation vraiment resplendissante, dans la peinture, de la pulsation proprement féminine ». Quant à Baya, si sa première rencontre avec Jean Dubuffet date de 1947 à Alger, elle sera consacrée trente ans plus tard avec une donation importante de ses œuvres à la collection Dubuffet : « Les oeuvres, dit-il, sont extrêmement attachantes et pour moi très stimulantes. Maintenant je vais les envoyer à Lausanne pour qu’elles prennent place dans la collection de l’Art Brut. Je suis très heureux qu’elles y figurent ».

Jetzt werde ich sie nach Lausanne schicken, damit sie ihren Platz in der Sammlung der Art Brut einnehmen. Ich bin sehr glücklich, dass sie dort vertreten sind“.