27.07.2026

Coordination Rurale ruft zur Revolte der „Consom'acteurs“ auf

Angesichts der anhaltenden Agrarkrise fordert die Coordination Rurale des Var die Bürger auf, importierte Produkte in Supermärkten zu boykottieren.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 9. Februar 2026 Lesezeit: 2 Min.
La Coordination Rurale appelle à la révolte des « consom'acteurs »
La Coordination Rurale appelle à la révolte des « consom'acteurs »© La Gazette du Var
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Der Ton ist ernst, der Zorn ungebrochen. In einer Erklärung, die wie ein Manifest wirkt, hat Christian Rastello, Secrétaire Général der Coordination Rurale des Var (CR 83), einen echten „SOS-Ruf verzweifelter Erdenbürger“ gestartet. Zwei Jahre nach den großen Mobilisierungen zieht die Gewerkschaft eine bittere Bilanz: Die Landwirte fühlen sich von den Regierenden, die sich laut ihnen „einen Dreck um“ ihren Berufsstand scheren, immer noch „gedemütigt“.

La Coordination Rurale appelle à la révolte des « consom'acteurs »

BÜRGERWIDERSTAND Für die CR 83 liegt die Rettung nicht mehr nur in ministeriellen Verhandlungen, sondern im Einkaufswagen der Haushalte. Die Gewerkschaft ruft die breite Öffentlichkeit dazu auf, zu „Consom'acteurs“ zu werden, um das Kräfteverhältnis umzukehren. „Unsere Rettung liegt nicht mehr ganz in unseren Händen, Sie als Verbraucher können und müssen uns retten“, erklärt Christian Rastello.

Die empfohlene Methode versteht sich als eine Form des friedlichen Guerillakampfs in den Supermarktregalen. Die Devise ist klar: Importierte Produkte (Hühnchen, Obst außerhalb der Saison, ausländisches Gemüse) identifizieren, für die es eine französische Alternative gibt, sie mitnehmen und dann an der Kasse liegen lassen. „Sie lassen es zurück und sagen höflich [...

] dass Sie es letztendlich, da es importiert ist, zur Unterstützung der französischen Landwirte doch nicht wollen“, erklärt der Gewerkschaftsvertreter.

Das Ziel dieser symbolischen Aktion ist rein wirtschaftlicher Natur: dem Lebensmitteleinzelhandel Zeit und damit Geld zu stehlen. „Dutzende dieser importierten Produkte wieder ins Regal zurückzuräumen, um sie in den sozialen Netzwerken zu zeigen. Christian Rastello weist auch auf die Verantwortung der Händler am Sterben des Sektors hin und prangert „exorbitante“ Margen von 30 bis 40 % bei Obst und Gemüse sowie eine Marktmacht an, die die Erzeuger bei den Verhandlungen „erdrückt“.

La Coordination Rurale appelle à la révolte des « consom'acteurs »

DEMONSTRATION Neben dem Boykottaufruf hält die Coordination Rurale den Druck auf institutioneller Ebene aufrecht. So traf eine Delegation am 14. Januar Anne-Cécile Vialle, sous-préfète de Brignoles. Bei dieser Gelegenheit wurde ihr eine Petition mit 150 Unterschriften übergeben.

Die Forderungen bezogen sich auf einen bestimmten gesundheitspolitischen Aspekt: die Beendigung der „systematischen und vollständigen Schlachtung von Rinderherden, die von der DNC betroffen sind“. Die Landwirte fordern eine dringende Überarbeitung des Gesundheitsprotokolls, da sie die aktuellen Maßnahmen als ungeeignet für das Überleben der Betriebe erachten.

Doch der entscheidende Wendepunkt zu Beginn des Jahres 2026 liegt in der Politisierung des gewerkschaftlichen Kampfes. So kündigte Max Bauer, ehemaliger Präsident der Coordination Rurale des Var, gestützt auf zwanzig Jahre Erfahrung, seine Ambitionen für die Kommunalwahlen in Hyères an. Er wies das „Gehabe bestimmter Politiker“ und die Wahlkampf-Inszenierungen zurück und machte seine Annäherung an François Cornilleau und das Team der Union des Hyérois (UDH) offiziell.

„Ich möchte, dass Hyères ein Land bleibt, das seine Erzeuger ernährt und ihnen ein Auskommen sichert“, betonte er nachdrücklich. Das skizzierte Programm zielt darauf ab, die Gemeinde zu einem „Schutzschild“ für ihre Landwirte zu machen: Erhalt von landwirtschaftlichen Flächen angesichts der Bodenversiegelung, Förderung kurzer Wege in der Gemeinschaftsverpflegung und Unterstützung für Neuansiedlungen. Daher wird ein Appell an alle französischen Landwirte gerichtet, sich bei lokalen Wahlen zu engagieren, damit „die Politik nicht mehr über die Landwirte ohne die Landwirte spricht“.

Fotos PRESSE AGENCE.