„Brandschutz im Alltag stärken, über traditionelle jährliche Inspektionen hinaus“
In Hyères berichtet eine junge Händlerin angesichts der Grenzen traditioneller Kontrollen von den Schwachstellen im Brandschutz.

Sylvain Gruelles, Experte für Projektleitung, warnt vor den Sicherheitsmängeln im Brandschutz, die 90 % der kleinen Geschäfte betreffen, die in Frankreich ohne vorherige Kontrolle eröffnen. Diese wenig bekannte Realität betrifft jedoch die große Mehrheit der Geschäfte in der Nachbarschaft. Ob Restaurants, Bäckereien, Friseursalons oder Arztpraxen – jeden Tag empfangen Tausende von Einrichtungen Publikum, ohne dass vor ihrer Eröffnung eine Sicherheitskontrolle durchgeführt wurde. Diese Feststellung einer manchmal mangelhaften Sicherheit trotz des guten Willens der Betreiber wird auch von den Akteuren vor Ort bestätigt. In Hyères berichtet eine junge Händlerin angesichts der Grenzen traditioneller Kontrollen von den aufgetretenen Schwierigkeiten und den in Betracht gezogenen alternativen Lösungen: „Seit mehreren Jahren beauftrage ich als Händlerin systematisch Prüforganisationen wie Bureau Veritas mit der Überprüfung der Konformität meines Geschäfts. Jedes Jahr werden diese Inspektionen durchgeführt, und bis jetzt wurde mir gegenüber nie bemängelt, dass ein BAES-Block (Sicherheitsbeleuchtung-Stromversorgung) oder eine rote Brandmeldebox fehlen. Dabei sind diese Elemente wesentliche Bestandteile der Brandschutzvorrichtung. Als Profis bezahlen wir sehr teure Prüforganisationen und Zertifizierungen, oft mit Dienstleistern, die ihre eigene Expertise haben, aber leider garantiert dies nicht immer eine perfekte Wachsamkeit in allen regulatorischen Punkten.“ Die junge Frau fügt hinzu: „Wir lassen auch unsere Feuerlöscher regelmäßig überprüfen — eine erhebliche Ausgabe — und trotz des Professionalismus der Unternehmen kommt es vor, dass manche bei ihren Kontrollen nicht immer sehr leistungsfähig oder lückenlos sind. Das hinterlässt ein Gefühl der Frustration, da wir bestrebt sind, die Normen einzuhalten und die Sicherheit unseres Personals und unserer Kunden zu gewährleisten, während wir gleichzeitig die gesetzlichen Vorgaben respektieren.“ Nachdem sie sich selbst informiert hatte, stellte sie fest, dass es ergänzende und innovative Brandschutzlösungen gibt, die die gesetzlichen Verpflichtungen zwar nicht ersetzen, aber unterstützen: „Es ist eine wirksame zusätzliche Schutzschicht. Zum Beispiel können moderne Vorrichtungen wie die Block’Fire®-Löschkugeln — Feuerlöscher in Form einer kompakten und leichten Kugel — einen aktiven und passiven Schutz vor Entstehungsbränden bieten. Sie sind so konzipiert, dass sie sich bei Kontakt mit einer Flamme automatisch aktivieren oder manuell durch Werfen auf ein entstehendes Feuer eingesetzt werden können, und decken je nach Modell eine Fläche von etwa 8 bis 10 m² ab. Sie sind leicht (ca. 1,3 kg), ohne regelmäßige Wartung einfach zu installieren und haben eine Garantie von mehreren Jahren. Diese Innovationen zeigen, dass es Möglichkeiten gibt, den Brandschutz im Alltag über die traditionellen jährlichen Inspektionen hinaus zu stärken. Als eine im Bereich der Prävention engagierte Händlerin halte ich es für unerlässlich, dass sich Fachleute informieren und klug in Lösungen investieren, die im Notfall wirklich einen Unterschied machen können.“
SCHWERWIEGENDE MÄNGEL

Dies ist auch die alarmierende Feststellung von Sylvain Gruelles, Gründer des Unternehmens SAS Arcadie – Maîtrise d’Œuvre: „Entgegen der landläufigen Meinung fallen fast 90 % der öffentlich zugänglichen Einrichtungen (ERP) unter die 5. Kategorie: Diese Strukturen unterliegen, sofern sie keine Schlafräume enthalten, keiner systematischen Überprüfung durch die Sicherheitskommission. Ihre Konformität beruht ausschließlich auf einer administrativen Erklärung.“ Er fügt hinzu: „Dieses Fehlen einer Überprüfung vor Ort hat direkte Folgen. In der Praxis sehe ich geöffnete Einrichtungen mit schwerwiegenden Sicherheitsmängeln. Ich stoße auf öffentlich zugängliche Einrichtungen, deren Fluchtwege schlecht konzipiert sind, in denen die Beschilderung fehlt oder ungeeignete Materialien verwendet wurden. Dies sind keine Einzelfälle.“ Die Zahlen stützen diese Warnung, da in Frankreich jährlich fast 4.800 Brände in diesen kleinen ERP ausbrechen. „Die Größe einer Einrichtung verringert weder die Ausbreitungsgeschwindigkeit eines Feuers noch das Risiko einer Panik. Prävention sollte nicht von einer administrativen Schwelle abhängen. Die Genehmigungsakte für Arbeiten – ERP-Sicherheit wird von den Betreibern oft als bloße Formalität wahrgenommen. Im Schadensfall entbindet das Fehlen einer vorherigen Besichtigung niemanden von der Haftung. Die Verantwortung liegt in erster Linie beim Betreiber, der rechtlich für die Sicherheit seiner Kunden garantiert, erstreckt sich aber auch auf die Projektleiter und Installateure. „In den meisten Fällen schätzen die Betreiber die realen Risiken mangels Information und vorheriger Kontrolle nicht richtig ein“, analysiert Herr Gruelles. Um diese Mängel zu beheben, plädiert er für eine Reform der Praktiken, die eine bessere Information bereits bei der Projektplanung sowie gezielte Kontrollen bei Neueröffnungen beinhaltet. Täglich begleitet er Händler und Freiberufler dabei, den Brandschutz nicht mehr als administrative Pflicht, sondern als Erfordernis der öffentlichen Sicherheit zu begreifen.“

Fotos PRESSE AGENCE.