Jean-Pierre Savelli plant zahlreiche neue Musikprojekte
Interview mit Jean-Pierre Savelli über gewagte Remixes und eine arbeitsreiche musikalische Aktualität.

Goldorak ist über ein halbes Jahrhundert alt... Und doch hat man das Gefühl, dass der Riesenroboter die französische Kultur nie verlassen hat. Wie erklärst du dir diese fast schon emotionale Treue des Publikums?

Jean-Pierre SAVELLI. Weil Goldorak eine gemeinsame Erinnerung ist. Als die Serie 1978 in France in der Fernsehsendung Récré A2 startete, veränderte sie alles: die Musik, die Ästhetik, den Rhythmus. Es war das erste Mal, dass man so melodische, so dramatische Titelsongs hörte. Und ich hatte das Glück, eine der Stimmen dieser Epoche zu sein.
Selbst heute noch sehe ich auf Manga-Messen Eltern, die mit ihren Kindern kommen. Es ist generationsübergreifend geworden. Ich trete etwa vierzig Mal im Jahr auf. Dort treffe ich die Fans, dort höre ich ihre Geschichten. Das ist wertvoll.
„Goldorak zu remixen bedeutet, einen Mythos neu zu beleuchten, ohne ihn zu verraten“ Du kehrst gerade mit mehreren Remixen der Lieder von Goldorak zurück. Ist das nicht ein riskantes Terrain? JPS.
Ja, aber faszinierend. Die Fans sagen mir oft: „Wir wollen die Originalversionen!“ Ich verstehe das.
Aber ich als Künstler muss kreativ sein. Also haben mein DJ-Arrangeur und ich uns einen orientalischen Goldorak und einen keltischen Goldorak ausgedacht, völlig neue Arrangements. Wir rühren die Melodie nicht an, aber wir verändern das Klanguniversum.
Das ist echte Kompositionsarbeit, kein einfaches Lifting.
Du stehst also zu dieser Neuinterpretation der Originale? JPS. Absolut. Wenn ich anfange zu denken, „das wird den Leuten nicht gefallen“, mache ich gar nichts mehr. Und außerdem war Goldorak schon immer eine Mischung der Kulturen. Warum sollte die Musik da nicht mitziehen?
Das Treffen mit Go Nagai: „Er hat sich bei mir für meine französischen Versionen bedankt“ Du hast vor Kurzem Go Nagai, den Schöpfer von Goldorak, getroffen. Erzähl uns davon. JPS. Ein unglaublicher Moment. Wir haben uns im Grand Rex in Paris getroffen und er hat sich bei mir für die französischen Coverversionen der Titellieder bedankt. Das hat mich zutiefst berührt.
Er hat einen Mythos geschaffen. Ich habe nur meine Stimme geliehen. Nach fünfzig Jahren an die Quelle zurückzukehren, ist ein starkes Gefühl. Übrigens reise ich Ende Februar nach Japon, um ihn und sein Team zu treffen. Das dürfte ein magischer Moment werden.
Eine dichte musikalische Aktualität: Singles, Funk, Symphonie und Tourneen. Goldorak nimmt einen großen Platz ein, aber deine musikalische Aktualität geht weit darüber hinaus. Kannst du uns mehr darüber erzählen?
JPS. Ja, bei mir steht viel an. Zuerst einmal Singles ab März.
Dann ein Funk-Titel, den ich in den 80er Jahren geschrieben hatte, „J'aime quand tu danses“. Wir haben ihn völlig neu arrangiert, mit mehreren Stimmen, einem Duo... Er wird im April auf allen Streaming-Plattformen erscheinen.
Und dann ist da noch das Michel Legrand-Projekt: etwa fünfzehn Titel, eine echte Interpretationsarbeit mit Musikern, Streichern und Bläsern. Am 17. Mai werden wir ein großes Konzert im Palais Neptune geben.
Du bist auch auf der Bühne sehr präsent? JPS. Ja, wir gehen im April im Nord de la France auf Tournee, mit einer Musikshow, die wir bereits in La Valette präsentiert haben. Und natürlich die Tournee der Manga-Messen, von der ich bereits gesprochen habe.
„Goldorak ist ein Teil von mir, aber ich schreibe die Fortsetzung weiter“ Man spürt, dass du dich weigerst, in der Nostalgie gefangen zu sein? JPS. Ganz genau.
Goldorak gehört zu meinem Leben, genau wie „besoin de rien, envie de toi“, das 1985 entstand und das ich immer noch gerne auf der Bühne präsentiere, aber ich möchte nicht in einer Epoche feststecken. Ich will weiter kreieren, überraschen und anbieten. Die Remixes, die Singles, das Legrand-Projekt, die Konzerte...
Das alles ist meine Art zu sagen: „Ja, ich habe eine Vergangenheit, aber ich habe auch eine Gegenwart und eine Zukunft“.
Aufgezeichnet von Pierre BEGLIOMINI (Text und Foto).
Aufgezeichnet von Pierre BEGLIOMINI (Text und Foto).