27.07.2026

Ein neuer Rahmen für das „Zusammenleben“

Lucile Bordes und lokale Akteure beleben den sozialen Zusammenhalt in EURÊKA.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 23. Februar 2026 Lesezeit: 3 Min.
Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »
Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »© La Gazette du Var
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Mit „Les Nuits de la Lecture“ etabliert sich die frisch renovierte Mediathek als unumgänglicher Ort der Geselligkeit, an dem Künstler, Händler und Einwohner ein neues generationenübergreifendes kulturelles Netzwerk knüpfen. Eine wahre Metamorphose erlebte die Mediathek Eurêka während der jüngsten nationalen Ausgabe von „Les Nuits de la Lecture“, organisiert vom Centre national du livre. Über die bloße Feier der Worte unter dem Motto „Villes et Campagnes“ hinaus markierte die Veranstaltung einen Wendepunkt im Leben der Gemeinde La Farlède.

Durch die Verwandlung ihrer Regale in eine lebendige Bühne bewies die öffentliche Einrichtung, dass sie weit mehr als ein Ort der Ausleihe ist: ein echter Katalysator für den sozialen Zusammenhalt.

GENERATIONEN VERBINDEN Die Architektur des Ortes selbst spielte eine entscheidende Rolle für diesen Erfolg. Wie das Leitungsteam betonte, ist die komplette Umgestaltung der Struktur nicht unbedeutend. „Wir wollten einen Ort, der das widerspiegelt, was wir unserem Publikum anbieten: einen kollektiven, geselligen und partizipativen Ort“, erklärt eine Co-Leiterin.

Dieser Wille, „Räume zum Durchatmen“ zu schaffen, die nun luftig und hell sind, erleichtert die physische Begegnung. Das Publikum läuft nicht mehr nur aneinander vorbei, sondern bleibt stehen, tauscht sich aus und teilt. Eurêka wird so zu einem überdachten öffentlichen Platz, der die Isolation durchbricht, die Vielfalt der Nutzungen fördert und an dem der einsame Leser nun auf den Zuschauer künstlerischer Darbietungen trifft.

Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »
Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »

L'architecture même des lieux a joué un rôle prépondérant dans cette réussite. Comme l'a souligné l'équipe de direction, le réaménagement complet de la structure n'est pas anodin. « On voulait un lieu qui soit à l’image de ce que l’on propose à notre public, un lieu collectif, convivial et participatif », explique une co-responsable. Cette volonté de créer des « espaces qui respirent », désormais aérés et lumineux, facilite physiquement la rencontre. Le public ne se croise plus seulement, il s'arrête, échange et partage. Eurêka devient ainsi une place publique couverte, brisant l'isolement et favorisant la mixité des usages, où le lecteur solitaire côtoie désormais le spectateur de performances artistiques.

Die Stärke dieser Ausgabe lag in ihrer Fähigkeit, die Künste miteinander zu verbinden, um jedes Publikum zu erreichen. Die Partnerschaft mit dem Verein A. LI. EN bot einen generationenübergreifenden Moment der Anmut mit einer „gemalten Lesung“, bei der ein professioneller Zeichner live auf Großformat die Worte eines Erzählers illustrierte.

Doch der Höhepunkt dieser kulturellen Hybridisierung war wohl die musikalische Lesung von Lucile Bordes und Vincent Hours. Die aus La Seyne-sur-Mer stammende Romanautorin und der Musiker aus Toulon verstanden es, eine einzigartige „künstlerische Stickerei“ zu weben. Durch die Vertonung von Auszügen aus dem Roman „Que faire de la beauté ?

“, erschienen im Verlag Éditions Les Avrils, bot das Duo ein völliges Eintauchen. Vincent Hours präzisiert, dass „die Musik Gefühle hervorruft, sie schwingt mit dem Text“, wodurch eine universelle Sprache entsteht, die sowohl musikliebende Senioren als auch junge Liebhaber zeitgenössischer Literatur anzusprechen vermag. Diese Aufführung, die ohne vorherige Aufzeichnung live gespielt wurde, bot das, was das Digitale nicht ersetzen kann: die Emotion des gemeinsamen Augenblicks.

LOKALE PARTNERSCHAFTEN Die Veranstaltung hat auch gezeigt, dass Kultur ein starker lokaler wirtschaftlicher und sozialer Hebel ist. Die Präsenz der Buchhandlung „Sacrés Caractères“ aus La Crau für den Buchverkauf zeugt von dem Willen, in Synergie mit den Akteuren der Region über die Gemeindegrenzen hinaus zusammenzuarbeiten. Zudem diente die Mediathek als Schaufenster für einheimische Talente.

Die Besucher konnten sich mit einer Vielzahl lokaler Autoren austauschen: Nathalie Alvarez, Jean Cardon, Olivier Dutto, Emmanuel Giampino, Pascal Grue, David Pacitto, Marilyse Trécourt und Daniel Pellegrino. Diese Signierstunden halfen, das Eis zwischen Schöpfern und Lesern zu brechen, und stärkten das Zugehörigkeitsgefühl zu einer aktiven Kulturgemeinschaft.

Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »

Der Vortrag der Künstlerin und Choreografin Cécile Martinez über ihr Projekt „Femmes d'aventure“ rundete diese Dynamik ab und brachte eine reflexive und inspirierende Dimension ein.

Indem Eurêka zu dieser Kreuzung wird, an der sich Literatur, Musik, bildende Kunst und menschliche Begegnungen treffen, definiert es die Rolle des öffentlichen Dienstes im periurbanen Raum neu. Die Herausforderung für die kommenden Jahre wird darin bestehen, diese partizipative Dynamik aufrechtzuerhalten, damit die Kultur das dauerhafte Band bleibt, das die Farlédois verbindet.

Un nouvel écrin pour le « vivre-ensemble »

Laurette PARAY (Text und Fotos).