27.07.2026

François de Canson verteidigt die „Bauern“ des Meeres

Auf der Salon International de l’Agriculture 2026 erinnerte die Région Sud an ihr maritimes Terroir und hob eine geförderte Exzellenzbranche hervor.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 23. März 2026 Lesezeit: 4 Min.
François de Canson défend les « paysans » de la mer
François de Canson défend les « paysans » de la mer© La Gazette du Var
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In den überfüllten Gängen der Porte de Versailles weicht der Duft von Lavendel und Heu manchmal der Meeresbrise. Am Dienstag, den 24. Februar, erinnerten François de Canson, Vizepräsident der Région für wirtschaftliche Entwicklung, und Bénédicte Martin, delegierte Vizepräsidentin für Landwirtschaft, bei der Einweihung des regionalen Standes an eine in Paris oft vergessene geografische Wahrheit: Der Süden ist dem Meer zugewandt. Bei diesem Einweihungsbesuch wurden sie von Jean-Louis Masson, dem Präsidenten des Département du Var, begleitet.

Eine starke symbolische Präsenz für das Département, das einen wesentlichen Teil dieser blauen Wirtschaft beherbergt.

François de Canson défend les « paysans » de la mer

Denn hinter dem Postkartenmotiv spielt sich an unserer Küste eine echte Salzwasser-Landwirtschaft ab. „Fernab von industriellen Trawlern bewahrt die Fischerei in Provence-Alpes-Côte d'Azur eine leidenschaftlich handwerkliche Seele. Es ist dieses Modell der sogenannten „kleinen Berufe“, das wir verteidigen, da die regionale Flotte aus 497 Schiffen für 643 Fischer besteht.

Dieses küstennahe, lokale Netzwerk ermöglicht eine ausgewogene Verteilung des Fischereidrucks und garantiert eine unübertroffene Frische. Für die Région bedeutet die Unterstützung dieses Sektors durch europäische Meeresfischereifonds, eine lebenswichtige lokale Verankerung zu bewahren und die Ausrüstung zu modernisieren, ohne die Seele des Berufs zu verlieren“, versicherte François de Canson.

François de Canson défend les « paysans » de la mer

Der Vizepräsident der Région fügte hinzu: „Wenn die Fischerei eine Jagd ist, so sind Aquakultur und Muschelzucht echte Tierhaltungen, die Geduld und technisches Können erfordern. Das Var zeichnet sich in diesem Bereich besonders aus. Übrigens entdeckten die Besucher die Exzellenz der Produktion aus der baie du Lazaret in Toulon.

Und in der Camargue werden Austern gezüchtet, die regelmäßig beim Concours général agricole ausgezeichnet werden.“ Doch die „Bauern des Meeres“ beschränken sich nicht nur auf Muscheln. Die regionale Meeresfischzucht ist zu einer Referenz für Wolfsbarsche und Goldbrassen geworden.

Im Westen des Territoriums, in Port-Saint-Louis-du-Rhône, erreicht die Miesmuschelproduktion mit jährlich 2.500 bis 3.000 Tonnen, die von 34 in einer Genossenschaft zusammengeschlossenen Fachleuten erzeugt werden, Spitzenwerte. Diese Zahlen zeugen von einer strukturierten Branche, die wirtschaftliches Gewicht hat und gleichzeitig ihren Wurzeln treu bleibt.

VALORISER ET PROTÉGER François de Canson fährt fort: „Diejenigen verteidigen, die uns ernähren, und die Zukunft vorbereiten. Diese Maxime gilt für die Züchter in den Alpen ebenso wie für die Muschelzüchter an der Küste. Die Herausforderung besteht nun darin, diese Qualität in der breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen.

Das ist der ganze Sinn der Integration dieser maritimen Sektoren in die Initiative „100 % Valeurs du Sud“. Dieses regionale Label garantiert Qualität, Herkunft und Umweltschutz. Durch die Förderung kurzer Vertriebswege und die Integration dieser Meeresprodukte – wie der Fischsuppe oder den Rillettes von Bec Fin, die am Stand präsentiert werden – sichert die Région den Fortbestand eines Know-hows, das durch den Klimawandel und den internationalen Wettbewerb bedroht ist.

Das Meer zu bewirtschaften ist eine Herausforderung. Das Var und die Région Sud scheinen entschlossen zu sein, sich dieser zu stellen.“

PATRIMOINE VIVANT Das Jahr 2026 wurde nicht zufällig gewählt, da es das internationale Jahr der Weideflächen und der Weidewirtschaft ist. Für den Süden steht enorm viel auf dem Spiel. Die Weidewirtschaft ist kein folkloristisches Postkartenmotiv, denn sie ist das Rückgrat unserer ländlichen Räume.

Sie bedeckt 29 % des regionalen Territoriums, was mehr als 870.000 Hektar Alm- und Weideflächen entspricht, die von den Herden gepflegt werden. Jedes Jahr verbringen 605.000 Schafe und 22.500 Rinder den Sommer auf den Almen, prägen unsere Landschaften und beugen Naturrisiken dort vor, wo keine andere Landwirtschaft möglich ist. Die Anerkennung ist im Übrigen weltweit, da die Transhumanz in das immaterielle Kulturerbe der UNESCO aufgenommen wurde.

Um diesen Anlass zu würdigen, kündigte Renaud Muselier eine Reihe symbolträchtiger Veranstaltungen an, darunter ein internationales Kolloquium im MUCEM vom 22. bis 24. April sowie das Festival „Pastoralisme d'aujourd'hui et de demain“ in Digne. Dennoch vergisst François de Canson nicht die manchmal harten Realitäten des Schäferberufs: „Die Gebietskörperschaft betreibt eine proaktive Politik zur Verbesserung der Lebensbedingungen in den Bergen. Im Jahr 2025 wurden 40 Projekte zum Bau oder zur Renovierung von Hirtenhütten unterstützt.

Um diesen Schwung fortzusetzen, läuft ein am 5. Februar eröffneter Projektaufruf noch bis zum 31. März 2026.“

Schließlich widmet sich die regionale Institution der wirtschaftlichen Strukturierung des Sektors. Lange Zeit als Abfall betrachtet, erlebt die regionale Wolle einen Aufschwung. Eine seit 2025 gestartete kollektive Dynamik hat es ermöglicht, 42 Unternehmensprojekte zu identifizieren, um eine lokale Textilbranche von der Sortierung bis zum Waschen neu zu erschaffen und so Wertschöpfung und handwerkliche Arbeitsplätze zu generieren.

Photos Région Sud.