27.07.2026

Die Tigermücke, der neue Schrecken der Städte

Während die Mückensaison im Var ihren Höhepunkt erreicht, erklärt eine Apothekerin aus Hyères die vorhandenen Arten und die einzig wirksamen Lösungen.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 15. Juni 2026 Lesezeit: 3 Min.
Le moustique tigre, nouvelle terreur des villes
Le moustique tigre, nouvelle terreur des villes© La Gazette du Var
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Mit der Ankunft der schönen Tage lässt sich eine saisonale Plage dauerhaft im Var nieder. Von Mai bis September wird das Département zu einem bevorzugten Terrain für Mücken, deren Vermehrung den Alltag von Einwohnern und Touristen verändert. Während mehrere Arten nebeneinander existieren, hat eine von ihnen, die besonders aggressiv ist, den städtischen Raum kolonisiert: die Tigermücke.

Le moustique tigre, nouvelle terreur des villes

Diese junge Apothekerin zieht eine Bilanz dieser Plage und bewertet die Schutzstrategien, wobei sie zwischen wirksamen Methoden und illusorischen Lösungen unterscheidet. Der Feind Nummer eins ist mittlerweile klar identifiziert. Er hat seine Artgenossen in den Städten und Wohngebieten verdrängt.

„Die Hauptarten im Var sind die Tigermücke (Aedes albopictus), eine mittlerweile dominante Art. Es ist eine kleine, schwarz-weiß gestreifte Mücke. Sie legt ihre Eier in Untertassen, Dachrinnen und kleinen Ansammlungen von stehendem Wasser ab.

Sie ist auch gegenüber Menschen sehr aggressiv. Ihre Aktivitätszeiten liegen hauptsächlich tagsüber, früh am Morgen und vor allem zwischen 17 und 21 Uhr“, erklärt die junge Frau.

Neben dieser neuen Bedrohung am Tag treiben die traditionelleren Arten weiterhin ihr Unwesen. Die Gemeine Stechmücke (Culex pipiens) bleibt ihrem nächtlichen Ruf treu, mit einer Hauptaktivitätszeit zwischen 22 Uhr und 2 Uhr morgens, und entwickelt sich in stehenden Gewässern, die reich an organischen Stoffen sind. Die feuchten Küstengebiete beherbergen ihrerseits die Marschmücken (Ochlerotatus caspius), die nach Regenfällen in der Dämmerung besonders aggressiv sind.

Die unauffälligeren Anopheles-Mücken besiedeln schließlich vor allem nachts feuchte Waldgebiete.

ABWEHRMITTEL Mehrere Faktoren erklären, warum das Var zu einem so günstigen Gebiet für die Entwicklung dieser Insekten geworden ist. Die Apothekerin führt die idealen Bedingungen aus, die ihre Vermehrung begünstigen. „Das warme und feuchte Mittelmeerklima verlängert ihre Aktivitätsphase.

Zudem bieten Gärten, Pools und Untertassen Tausende von Mikro-Wasserreservoirs. Schließlich beschleunigt die Erderwärmung die Fortpflanzungszyklen“, analysiert sie. Diese Kombination aus klimatischen Elementen und menschlicher Gestaltung schafft ein perfektes Ökosystem für die Tigermücke, die nur sehr kleine Mengen Wasser zur Eiablage benötigt.

Angesichts dieser Invasion quellen die Regale in Apotheken und Supermärkten über vor Produkten, die Ruhe versprechen. Aber sind sie alle wirksam? „Nicht alle Mückenschutzmittel sind gleich gut.

Wissenschaftliche Studien unterscheiden klar zwischen wirklich wirksamen Lösungen und Marketing-Gadgets“, warnt die Apothekerin. Die wirksamsten Haut-Repellentien enthalten Wirkstoffe mit nachgewiesener Wirksamkeit. Produkte auf Basis von IR3535 oder DEET bieten einen sehr guten Schutz, der 4 bis 8 Stunden anhalten kann.

Alternativen wie die Marke Bodyguard, die ebenfalls IR3535 verwendet, gewährleisten einen guten Schutz von 3 bis 6 Stunden. Hingegen weisen Sprays mit ätherischen Ölen (Zitronengras, Geranie) eine als mäßig und vor allem sehr variabel eingeschätzte Wirksamkeit auf, mit einer kurzen Wirkungsdauer von nur 1 bis 3 Stunden.

SCHUTZMASSNAHMEN Der Kampf beschränkt sich nicht auf Produkte zum Auftragen auf die Haut. Andere Vorrichtungen können wertvolle Hilfe leisten. Elektrische Mückenstecker bleiben eine sinnvolle Lösung, um einen geschlossenen Raum vor nächtlichen Mücken zu schützen.

Im Freien bieten Räucherspiralen einen ordentlichen Schutz für eine Terrasse, obwohl ihre Wirksamkeit durch Wind erheblich verringert wird. Mobile Diffusoren wiederum können eine wirksame lokale Schutzblase aufbauen. Die Expertin warnt jedoch vor einigen sehr beliebten, aber wirkungslosen Lösungen: „Armbänder und Ultraschallgeräte sind laut unabhängigen Studien kaum wirksam“.

Angesichts eines Feindes, der die Spielregeln völlig neu definiert hat, muss die Strategie global sein. „Die Tigermücke hat den Alltag in Südfrankreich grundlegend verändert: Die Plage ist nicht mehr nur nächtlich, sondern fast permanent um die Häuser herum. Ihr gegenüber bleiben die wirksamsten Lösungen wissenschaftlich validierte Haut-Repellentien, die systematische Beseitigung von stehendem Wasser und physische Schutzmaßnahmen wie Fliegengitter“, schließt die Apothekerin.

Foto Philippe OLIVIER.