Professor Guy Bouchitté von der Académie des sciences geehrt
Unter der Kuppel des Institut de France erhielt der Mathematiker aus Toulon am 28. Oktober den Grand Prix Jacques-Louis Lions für vierzig Jahre Forschung.
Seine Arbeiten stehen im Mittelpunkt der Herausforderungen von Digitalisierung, Ingenieurwesen und Nanowissenschaften. Sie wurden zu Beginn seiner Karriere von dem Forscher am Labor IMATH der Université de Toulon durchgeführt und haben insbesondere Anwendungen in der Bildverarbeitung inspiriert: medizinische Bildgebung, On-Board-Vision.
In den 90er Jahren leistete Guy Bouchitté Pionierarbeit auf dem Gebiet der künstlichen Metamaterialien mit einzigartigen elektromagnetischen und optischen Eigenschaften: negative Brechung, optische Tarnung, superauflösende Linsen. Seine Forschungen ermöglichten die Erarbeitung einer soliden theoretischen Grundlage, die für die Vorhersage und den Entwurf dieser neuen Strukturen unerlässlich ist.
Ein wesentlicher Beitrag von Professor Guy Bouchitté liegt auch in der Entdeckung der Verbindung zwischen Formoptimierung und der Theorie des optimalen Transports. Auf das Ingenieurwesen angewandt, hat diese mathematische Brücke neue Methoden für den Entwurf von Strukturen (Gewölbe, Brücken, Gitter...) hervorgebracht, die weniger Material verbrauchen, ohne deren Festigkeit zu beeinträchtigen.
Überraschenderweise lässt sich die dort eingeführte Methode des optimalen Transports auch in der Big-Data-Statistik und darüber hinaus in der künstlichen Intelligenz und im Finanzwesen anwenden.
Dieser von der Académie des sciences verliehene Grand Prix Jacques-Louis Lions, der einen unermüdlichen Arbeiter im Hintergrund, das Labor IMATH und die Université de Toulon ehrt, ist eine schöne Hommage an die Grundlagenforschung.