„Die UMIH schlägt eine territoriale Strategie für die Gemeinden des Var vor“
Im führenden Tourismus-Département von France ruft der Präsident der UMIH des Var, Jean-Pierre Ghiribelli, die künftigen Bürgermeister zu mehr Kooperation auf.

Die UMIH hat am 15. Januar auf einer Pressekonferenz ihr Manifest „Travaillons ensemble“ für die Kommunalwahlen im März vorgestellt und die künftigen Mandatsträger dazu aufgerufen, eng mit dem Hotel- und Gaststättengewerbe zusammenzuarbeiten. Ein nationaler Appell, der im Var, dem führenden Tourismus-Département von France, auf besonderen Widerhall stößt, da Cafés, Hotels, Restaurants, Caterer und Diskotheken dort die lokale Wirtschaft prägen.
Der Präsident der UMIH des Var erinnert: „Diese Betriebe sind das erste Gesicht des Empfangs, die Zeugen des Zusammenlebens“. Eine greifbare Realität in einem Gebiet, in dem der Touristenstrom, die Saisonalität und der Druck auf dem Immobilienmarkt entscheidende politische Abwägungen erfordern.

EINE UNVERGLEICHLICHE TOURISTISCHE BEDEUTUNG Mit seinen Badeorten, seinen Bergdörfern, seinen Häfen und seinen geschützten Naturgebieten empfängt der Var jedes Jahr Millionen von Besuchern. „Diese außergewöhnliche Attraktivität macht das Département zu einem nationalen Motor des Tourismus. Die Zahlen — 175 421 Restaurants, 17 405 Hotels, mehr als 2 Millionen direkte und indirekte Arbeitsplätze — haben hier eine ganz besondere Resonanz: In vielen Gemeinden bilden die CHRDT das Rückgrat der wirtschaftlichen Aktivität“, fügt Jean-Pierre Ghiribelli hinzu.
Doch diese Stärke führt auch zu Spannungen: die explosionsartige Zunahme von touristischen möblierten Unterkünften, die sommerliche Überlastung, Rekrutierungsschwierigkeiten und der Druck auf die Infrastruktur. Allesamt Herausforderungen, die nach Ansicht der UMIH „im Geiste der Konzertierung“ angegangen werden sollten.
ATTRAKTIVITÄT: EINE VITALE HERAUSFORDERUNG FÜR DIE GEMEINDEN DES VAR Der Chef der Hotels und Restaurants im Var fährt fort: „Das Manifest schlägt mehrere Wege vor, die die Bürgermeister des Var an ihre Realitäten anpassen könnten. Die UMIH fordert eine Modernisierung der Beschilderung an den Stadteingängen, die Entwicklung mehrsprachiger Fußgängerpläne und den Schutz der Licences IV, die in den Dörfern des Hinterlandes oft bedroht sind.
Sie fördert auch die Anerkennung der Betriebe als kulturelle „Tiers-Lieux“, die Konzerte, Ausstellungen oder Debatten beherbergen können, um die Ortskerne außerhalb der Saison zu beleben“. Die Organisation schlägt außerdem die Einrichtung eines kommunalen digitalen Raums vor, der Speisekarten, Veranstaltungen und Reservierungen bündelt — ein sinnvolles Instrument in einem Département mit einem dichten und hart umkämpften Angebot.
ÖKOLOGISCHER WANDEL: EIN DURCH DIE SOMMERSAISON VERSTÄRKTER IMPERATIV Angesichts von Dürren, Brandgefahren und sommerlicher Überlastung gewinnen die Vorschläge der UMIH im Var eine operative Dimension: „Das Manifest fordert den Einsatz eines Kits ‚zéro déchet pro‘, die Einführung verstärkter Sammellösungen für Bioabfälle in der Hochsaison oder auch die Installation gemeinschaftlicher Komposter. Die Organisation schlägt zudem vor, zertifizierte Betriebe durch eine kommunale Beschilderung oder eine interaktive Karte aufzuwerten.
Das erklärte Ziel: 100 % der CHRDT in zwölf Monaten auszurüsten, würde für die Küstengemeinden eine bedeutende Größenordnung bedeuten“, betont Jean-Pierre Ghiribelli. REKRUTIERUNG: DIE SCHWACHSTELLE DER BRANCHE Der Mangel an Arbeitskräften ist im Var jedoch ein strukturelles Problem.
„Die UMIH fordert die Organisation von Foren für Saisonarbeit, die breite Streuung von Angeboten über Rathäuser und lokale „Missions Locales“ sowie die Förderung des Baus von gemischten Wohnheimen für Saisonarbeiter, Studierende und Auszubildende. Sie regt auch die Einrichtung von nächtlichen Mediationsverfahren an, um Gewalt und Unhöflichkeiten vorzubeugen“, erklärt der Präsident der UMIH des Var.
REGULIERUNG VON TOURISTISCHEN MÖBLIERTEN UNTERKÜNFTEN: EIN HEISSES EISEN Der Boom von Kurzzeitvermietungen hat den Immobilienmarkt im Var grundlegend verändert. „Die UMIH fordert die Bürgermeister auf, die verfügbaren rechtlichen Instrumente voll auszuschöpfen: verpflichtende Registrierung, Obergrenzen für Übernachtungen, Aufschlag auf Zweitwohnungen in angespannten Gebieten, verstärkte Kontrollen.
Sie fordert außerdem, die Brandschutznormen für möblierte Unterkünfte an diejenigen der Hotellerie anzupassen“, erklärt der Vertreter des Verbandes. ZUSAMMENLEBEN: DIE BALANCE FINDEN In einem Département, in dem Nachtmärkte, lokale Feste und Sommerveranstaltungen die Saison rhythmisieren, fordert die UMIH eine ausgewogene Regulierung: „Sie lädt die Gemeinden ein, die Häufigkeit von Schlemmermärkten zu bewerten, die nächtliche Sicherheit zu stärken und die CHRDT in Entscheidungen über Öffnungszeiten oder Terrassen einzubeziehen.
Jeder Betrieb trägt direkt zur kommerziellen und kulturellen Vitalität seiner Gemeinde bei“. EINE AN DEN VAR ANGEPASSTE ROADMAP Mit der Veröffentlichung dieses Manifests schlägt die UMIH eine territoriale Strategie vor, die die Gemeinden des Var, ob an der Küste oder im ländlichen Raum, an ihre Bedürfnisse anpassen könnten.
In einem Département, in dem das Gastgewerbe ein wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Motor ist, gewinnt der Appell „zusammenzuarbeiten“ eine sehr konkrete Dimension. Für Jean-Pierre Ghiribelli: „Wir kommen nicht mit Forderungen, sondern mit Vorschlägen.
Unsere Unternehmen stehen im Mittelpunkt des Lebens der Gemeinden: Sie bilden aus, beschäftigen, beleben und knüpfen soziale Kontakte. Gemeinsam mit den gewählten Mandatsträgern wollen wir konkret für die Zukunft unserer Regionen handeln“.
Es bleibt abzuwarten, ob die künftigen Mandatsträger diese Gelegenheit ergreifen werden.
Interview geführt von Pierre Bégliomini.