27.07.2026

Im Var bleibt die Lokalpolitik eine Frage der Nähe

In Cuers, La Valette-du-Var, La Seyne-sur-Mer oder Sanary-sur-Mer entsteht das öffentliche Leben zuerst an der Straßenecke.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 7. April 2026 Lesezeit: 3 Min.
Dans le Var, la politique locale reste une affaire de proximité
Dans le Var, la politique locale reste une affaire de proximité© La Gazette du Var
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In den Städten des Var war die Stimmung während des Wahlkampfs keineswegs reißerisch. Es dominierte eine Form der Alltagsloyalität, eine tiefe Verbundenheit mit der Lokalpolitik, wie sie auf Augenhöhe der Menschen praktiziert wird, durch Mandatsträger, denen man auf dem Markt, im Stadion oder vor der Schule begegnet. Eine Politik, die weniger von Parteien abhängt als von Gesichtern, Gesten und Gewohnheiten.

Auf dem Markt von Cuers drückte es eine Händlerin einfach aus: „Hier beurteilt man die Politiker nach dem, was sie tun, nicht nach dem Parteibuch, das sie tragen“. Dieser Satz, der andernorts in ähnlicher Form zu hören war, fasst die allgemeine Stimmung zusammen.

Dans le Var, la politique locale reste une affaire de proximité

Im Var ist Lokalpolitik in erster Linie eine Beziehung zwischen Individuen. EIN VERTRAUEN, DAS AN DEN ORTEN DES ALLTAGS ENTSTEHT In den Straßen von La Garde erklärt ein Rentner, er stimme „für diejenigen, die die Stadtteile kennen, nicht für diejenigen, die sie erst im Wahlkampf entdecken“. In La Crau sagt eine Studentin, sie schätze „die Politiker, die man wirklich sieht, nicht nur auf den Plakaten“.

In Ollioules fasst eine Einwohnerin die Situation mit einem Lächeln zusammen: „Wir mögen Leute aus der Praxis. Diejenigen, die wissen, wie wir leben“. Diese im Laufe der Begegnungen gesammelten Worte zeigen ein Gebiet, in dem die Lokalpolitik verkörpert, fast vertraut bleibt.

Die Einwohner sprechen von ihren Politikern wie von Nachbarn: mit Anspruch, aber auch mit einer Form von Loyalität. In den Cafés, auf den Märkten, in den Wartezimmern kehrt derselbe Gedanke wieder. In La Seyne-sur-Mer gesteht ein Einwohner: „Wir wollen Politiker, die vorbeikommen, die hinsehen, die zuhören.

Nicht nur Reden“. In Sanary unterstreicht ein Gastronom die Bedeutung der Präsenz: „Wir sind nicht in allem einig, aber wir respektieren diejenigen, die die Ärmel hochkrempeln“. In Le Lavandou schätzt eine Saisonkraft „die Politiker, die die Realitäten vor Ort kennen, selbst wenn sie nicht schön anzusehen sind“.

Diese manchmal harmlos wirkenden Zeugnisse sagen dennoch das Wesentliche aus, denn im Var wird Lokalpolitik als Dienstleistung, als Verantwortung, als konkretes Engagement wahrgenommen, nicht als parteipolitische Konfrontation.

EINE FAST EMOTIONALE VERBUNDENHEIT MIT DEN STÄDTEN UND DENEN, DIE SIE BELEBEN Von Bandol bis Hyères, von La Londe-les-Maures bis La Farlède sprechen die Einwohner mit einer gewissen Zärtlichkeit von ihrer Stadt. In Hyères erklärt eine Mutter: „Wir wollen, dass unsere Kinder in einer Stadt aufwachsen, in der die Politiker nahbar sind. Das ist es, was zählt“.

In La Londe fügt ein Rentner hinzu: „Wir lieben unsere Gemeinde. Wir wollen einfach, dass sie in guten Händen ist“. Diese Verbundenheit, mal diskret, mal sehr stark, verleiht dem Wahlkampf eine besondere Note: weniger politisch als persönlich, weniger ideologisch als alltäglich.

EINE STIMMUNG AUS KLARHEIT, ABER AUCH AUS VERTRAUEN Ja, die Einwohner sind anspruchsvoll. Ja, sie erwarten konkrete Antworten. Aber sie bleiben ihren lokalen Mandatsträgern verbunden, ihrer Handlungsfähigkeit, ihrer Ortskenntnis.

In La Farlède fasst ein Vereinsmitglied es in einem Satz zusammen: „Wenn man die Menschen kennt, arbeitet man besser zusammen“. Das ist vielleicht die wahre Stimmung dieses Wahlkampfs im Var: eine Politik, die als Bindeglied, als Dialog, als Nähe erlebt wird, fernab von den nationalen Spaltungen.

In den Städten des Var hat der Kommunalwahlkampf an eine Selbstverständlichkeit erinnert: Lokalpolitik ist keine Angelegenheit von Parteien, sondern eine Angelegenheit von Personen. Die Einwohner sprechen von ihren Politikern, wie sie von ihrer Stadt sprechen: mit Anspruch, mit Offenheit, aber auch mit Respekt und Verbundenheit. Und überall kehrt derselbe Gedanke in verschiedenen Formen wieder: „Wir wollen nahbare Politiker, weil sich das Leben hier abspielt, nicht anderswo“.

Pierre BEGLIOMINI.