Max Bauer: „Der Staat muss aufhören, Feuerwehrmann zu sein, und zum Strategen werden“
Angesichts der Krise von Ormuz fordert Max Bauer, Ex-Präsident der Coordination Rurale des Var, eine staatliche Strategie zur Rettung der Landwirtschaft.

Die geopolitischen Spannungen in der Meerenge von Ormuz wirken sich bereits auf dem französischen Land aus. Die Blockade dieses weltweit strategischen Nadelöhrs bremst die Versorgung mit Erdöl, Gas und Düngemitteln, was zu einer Kostenexplosion führt, die die ohnehin geschwächte nationale Landwirtschaft gefährdet. Angesichts des Horizonts 2027 befürchten viele landwirtschaftliche Betriebe eine Welle von Schließungen, wenn keine strukturellen Maßnahmen ergriffen werden, um diese neue Krise einzudämmen.

Für Max Bauer ist die Zeit der Übergangslösungen vorbei. Der ehemalige Agrargewerkschafter schlägt Alarm und fordert die Regierung auf, das Ausmaß der Situation zu erkennen. STRATEGISCHE VISION Angesichts der Dringlichkeit betont Max Bauer die Notwendigkeit, von bloßen Ad-hoc-Reaktionen abzurücken, um eine tragfähige Agrarpolitik aufzubauen: „Der Staat kann sich nicht mehr damit begnügen, nur auf Krisen zu reagieren!
Er muss aufhören, Feuerwehrmann zu sein, um wieder zum Strategen zu werden und die wirtschaftliche Lebensfähigkeit unserer Landwirtschaft zu garantieren.
Ohne einen klaren Plan und eine langfristige Vision drohen France nicht nur kaskadenartige Insolvenzen, sondern auch eine dauerhafte Schwächung seiner Ernährungssouveränität. Eine Situation, die konkrete Antworten auf die Zusagen erfordert, die der Präsident der Republik auf dem letzten Salon International de l'Agriculture gemacht hat.“
Dieses Szenario der Energieabhängigkeit ist nicht neu. Der ehemalige Gewerkschafter erinnert daran, dass der Krieg in Ukraine im Jahr 2022 bereits die Schwachstellen des französischen Agrarsektors gegenüber externen Schocks offengelegt hatte: „Damals wurde die Reaktion des Staates als unzureichend erachtet, um die Landwirte zu schützen. Heute scheint sich die Geschichte zu wiederholen: Der unaufhaltsame Anstieg der Preise für Gaz-oil non routier (GNR) und Stickstoffdünger bringt den Ackerbau, aber auch alle anderen Sektoren erneut in eine unhaltbare wirtschaftliche Lage, was die Liquidität abschnürt und künftige Aussaaten gefährdet.“
Um aus dieser Spirale der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern herauszukommen, schlägt er Maßnahmen vor, die auf eine kontrollierte Energiewende abzielen. Er schlägt vor, die Agrarpolitik auf Elektrizität auszurichten, eine Energie, die dank des französischen Atomparks und des Ausbaus der Photovoltaik als stabiler und wettbewerbsfähiger gilt: „Sie könnte ein Vorteil für unsere Betriebe werden, vorausgesetzt, sie wird zum Selbstkostenpreis abgegeben.“
Zu den vorgeschlagenen Schlüsselmaßnahmen gehören eine Angleichung an die bereits in Espagne und in Allemagne bestehenden Hilfsregelungen, die Entkopplung des Strompreises vom Gaspreis sowie eine bessere Vergütung des durch Agrar-Photovoltaik erzeugten Stroms: „Ich plädiere für die Wiederbelebung eines nationalen Produktionszweigs für Stickstoffdünger auf Basis von dekarbonisiertem Wasserstoff. Kurzfristig werden Sofortmaßnahmen gefordert, wie die vorübergehende Deckelung von GNR auf einen Euro pro Liter und die Einführung eines Tarifschilds für Gas, um die aktuelle Krise zu überwinden“, so Max Bauer.
so Max Bauer. • Foto PRESSE AGENCE.