Pierre Béloni: „Ein drittes Album brodelt bereits unter der Oberfläche“
Mitten in der Kreation seines dritten Albums schreitet Pierre Béloni mit der Präzision eines Handwerkers und dem Auge eines Reporters voran.

Der Liedermacher aus Toulon gestaltet ein Projekt, das Mitte des Jahres erscheinen soll: ein Album, das die Epoche hinterfragt, ihre Erschütterungen einfängt und die Realität in sensible Materie verwandelt.
Er geht vorwärts, ohne zu rennen, aber niemals im Hintergrund. Er gehört zu jenen Künstlern, die nicht das Rampenlicht suchen: Sie schalten es wieder ein, wenn es erlischt.
Als Singer-Songwriter aus Toulon hat er mit „Toulon de mon enfance“ (Album C'est la vie, 2025) Eindruck hinterlassen. Bei ihm wird ein Chanson wie ein Rohstein behauen: mit dem Hammer, mit Geduld und mit jener handwerklichen Präzision, die er aus seinen Jahren im Journalismus geerbt hat.

Sein drittes Album könnte Action – réaction oder Réactions en chaîne heißen. Nichts ist in Stein gemeißelt, aber die Richtung ist klar: „Es wird rütteln, es wird verbinden, es wird wachrütteln“.
5 TITEL BEREITS ENTHÜLLT Von den zwölf geplanten Stücken sind sieben bereits komponiert. Fünf wurden ohne Ankündigung und ohne Strategie auf den Plattformen veröffentlicht. Eine Art, die Epoche zu sondieren, so wie ein Reporter sein Mikrofon auf der Straße aufstellt. Diese fünf Titel bilden einen kompakten Block, eine musikalische Mini-Reportage über unseren Alltag.
„Fracture du temps“ eröffnet den Reigen: eine kalte Warnung, eine wankende Welt. „Liberté de presse“ ist eine Hommage an diejenigen, die zum Schweigen gebracht wurden. „Radios libres“ reaktiviert den Geist der 80er Jahre, als man außerhalb von Rahmen, Regeln und Angst sprach.
„Au début des 60“ reaktiviert ein stets lebendiges Erbe, das unsere Gegenwart und unsere Zukunft weiterhin prägt. Und „Le pouvoir d'achat s'enfuit“ mit seinem Videoclip im Stil einer Boyband der 2000er Jahre verzeichnet mehr als 30.000 Streams: ein tighter Groove, der von den akrobatischen Kunststücken am Monatsende erzählt und in dem er bereits lange vor der Explosion auf die steigenden Preise hinwies. Eine Klarheit, die heute wie eine visionäre Intuition nachhallt.
Zwei weitere Titel sind im Studio: „Addiction numérique“ untersucht den Einfluss von Mobiltelefonen und sozialen Netzwerken, und „Le destin des parents“ ist eine aufrüttelnde Chronik über die moderne Vernachlässigung – jene Eltern, die einst bei ihren Kindern aufgenommen wurden und heute, bewusst, isoliert in Spezialeinrichtungen leben. Angst, Erinnerung, Widerstand, Generationenkonflikt, Durchschlagen: Er schreibt wie man ein Feldtagebuch führt: „Ich erzähle, was ich sehe. Chansons sind meine Art, dem Leben einen Sinn zu geben“.
EIN ALBUM, DAS RÜTTELT Bei ihm wird nichts dem Zufall überlassen. Jedes Lied ist als Gesamtprojekt gedacht, ein kleines Universum, in dem Musik, Text und Bild Hand in Hand gehen: „Ich trenne Musik nie vom Video. Ein Chanson ist eine Welt.
Ich sehe es, bevor ich es höre“. Dieser Ansatz führt zu einem Album, das Epochen und Genres durchquert: Metal-Rock, Blues, Filmmusik, Klänge der 80er Jahre, Echos der 2000er Jahre.
Eine breite, selbstbewusste Palette, die es ihm ermöglicht, die Realität aus verschiedenen Blickwinkeln zu erzählen: „Jedes Lied muss seine Form finden. Ich verweigere mich der Leichtigkeit“.
Der Journalist hat sein Notizbuch nie weggelegt. Der Regisseur hat seine Kamera nie ausgeschaltet. Als ehemaliger Reporter und JRI hat er das Feld nie verlassen. Er hat es lediglich verwandelt.
Seine Lieder gleichen Momentaufnahmen, Augenblicken, die man nicht verschwinden lassen möchte. Er dramatisiert nicht. Er vereinfacht nicht. Er beobachtet: „Der Journalismus hat mich gelehrt, hinzusehen, bevor ich schreibe. Heute füge ich die Emotion hinzu“.
Album für Album zeichnet sich eine solide Kohärenz ab: Erinnerung, Freiheit, Wahrheit. Seine Arbeit verbindet Dokumentation, Poesie und Chanson, an der Grenze zwischen Zeugnis und visueller Kunst. Eine wiedererkennbare, einzigartige, selbstbewusste Handschrift: ein engagiertes, vielschichtiges, nervöses, sensorisches französisches Chanson, das nur sich selbst gleicht und noch lange nicht aufgehört hat zu rütteln.
Wie seine beiden vorherigen Alben erscheint auch dieses dritte Werk im Doppelformat: eine Version als 28-seitiges Papier-Booklet, wahlweise mit Audio-CD, und eine digitale Version, die auf den Plattformen verfügbar ist.