Lokal ernähren: Eine konkrete Erfahrung mit Coopazur
Am 18. März bot Coopazur eine originelle Initiative rund um lokale Ernährung im Rahmen der Semaine du jardinage an.

Durch eine anspruchsvolle kulinarische Herausforderung wurden Einwohner, Landwirte und Experten eingeladen, über eine wesentliche Frage nachzudenken: Kann man sich heute ausschließlich auf der Ebene seines eigenen Territoriums ernähren? „Die Veranstaltung war Teil eines pädagogischen Ansatzes, der bei Schulklassen bereits gut verankert ist. Denn hinter der Gartenarbeit verbirgt sich eine weitaus größere Problematik, da es darum geht, die Herkunft unserer Nahrung zu verstehen und unsere Ernährungsautonomie zu hinterfragen“, erinnerte Alain Camus, Directeur général von Coopazur.
LOCAVORE-HERAUSFORDERUNG Der Höhepunkt des Tages basierte auf einer Locavore-Herausforderung, die von Stéphane Linou, einem Spezialisten für Ernährungsresilienz, geleitet wurde. Die Teilnehmer mussten eine Mahlzeit zubereiten, die mehrere strenge Auflagen erfüllte: ausschließlich Produkte aus einem Umkreis von 51 Kilometern zu verwenden, die Kosten auf 9,50 € pro Person zu begrenzen und einen CO2-Fußabdruck-Schwellenwert von 1,6 kg CO² einzuhalten.
Eine aufschlussreiche Übung, die schnell die Grenzen des Territoriums aufzeigte. „Man merkt sehr schnell, was vor Ort produziert wird... und was fehlt. Hinter unseren oft harmlosen Ernährungsgewohnheiten verbirgt sich in Wirklichkeit eine starke Abhängigkeit von weit entfernten Lieferketten“, berichtete ein Landwirt.
„Die Feststellung ist eindeutig, da fast unsere gesamte Ernährung auf externen Logistikströmen beruht. Eine Situation, die unsere Fähigkeit, eventuellen Krisen zu begegnen, schwächt.
Im Var nimmt diese Abhängigkeit eine besondere Dimension an. Das Territorium ist heute recht arm an Nahrungsmittelkulturen. Wir werden ja keinen Wein in die Kantinen stellen“, fuhr M. Camus fort.
„Heute kommen 98 % unserer Lebensmittel über Transportwege an. Im Falle einer Unterbrechung der Logistikketten wären wir nach drei Tagen in Schwierigkeiten“, fügte Stéphane Linou hinzu.
Der Nachmittag eröffnete optimistischere Perspektiven. Mehrere lokale Initiativen wurden vorgestellt, die die Entwicklung kurzer Wege, die Diversifizierung der Produktion und Maßnahmen zur Ernährungsbildung hervorhoben. Eine Diskussionsrunde, die verschiedene Akteure – Landwirte, Experten und Angehörige der Gesundheitsberufe – zusammenbrachte, bestätigte die Bedeutung dieser Herausforderungen.
Ernährung erscheint heute als ein zentraler Hebel an der Schnittstelle von landwirtschaftlichen, ökologischen und gesundheitlichen Fragen.
Bei diesen Treffen zeichneten sich Handlungsansätze ab: die lokale Produktion stärken, insbesondere von Hülsenfrüchten, Erzeuger und Verbraucher einander näherbringen, nachhaltige Wertschöpfungsketten strukturieren und die Koordinierung zwischen den Akteuren des Territoriums verbessern. Obwohl bereits Initiativen existieren, wie jene von Coopazur oder der SCIC Materrae, sind sich alle in einem Punkt einig: Die Herausforderung besteht nun darin, neue Maßstäbe zu setzen.

Le temps fort de la journée reposait sur un défi locavore animé par Stéphane Linou, spécialiste de la résilience alimentaire. Les participants devaient élaborer un repas respectant plusieurs contraintes strictes : utiliser uniquement des produits issus d’un rayon de 51 kilomètres, limiter le coût à 9,50€ par personne et respecter un seuil d’empreinte carbone de 1,6 kg de CO2. Un exercice révélateur, qui a rapidement mis en lumière les limites du territoire. « On réalise très vite ce qui est produit localement... et ce qui manque. Derrière nos habitudes alimentaires, souvent anodines, se cache en réalité une forte dépendance à des circuits d’approvisionnement lointains », a témoigné un agriculteur. « Le constat est sans appel puisque la quasitotalité de notre alimentation repose sur des flux logistiques extérieurs. Une situation qui fragilise notre capacité à faire face à d’éventuelles crises. Dans le Var, cette dépendance prend une dimension particulière. Le territoire est aujourd’hui assez pauvre en cultures vivrières. On ne va pas mettre du vin dans les cantines », a repris M. Camus. « Aujourd’hui, 98 % de notre alimentation arrive par les transports. En cas de rupture des chaînes logistiques, au bout de trois jours, nous serions en difficulté », a ajouté Stéphane Linou. L’après-midi a permis d’ouvrir des perspectives plus optimistes. Plusieurs initiatives locales ont été présentées, mettant en avant le développement diversification des productions et les actions d’éducation à l’alimentation. Une table ronde réunissant différents acteurs — agriculteurs, experts et professionnels de santé — a confirmé l’importance de ces enjeux. L’alimentation apparaît aujourd’hui comme un levier central, à la croisée des questions agricoles, environnementales et sanitaires. Des pistes d’action ont émergé lors de ces rencontres : renforcer la production locale, notamment en légumineuses, des circuits courts, rapprocher producteurs et consommateurs, structurer des filières durables et améliorer la coordination entre les acteurs du territoire. Si des initiatives existent déjà, comme celles portées par Coopazur ou la SCIC Materrae, tous s’accordent sur un point : le défi est désormais de changer d’échelle.




Photos Philippe OLIVIER.