Die unversehrte Erinnerung an die Landung in der Provence
Am 15. August feierte Cavalaire-sur-Mer den 81. Jahrestag der Landung in der Provence.

In einer Rede erinnerte der Bürgermeister Philippe Leonelli an die Kraft der Erinnerung, die Universalität der Freiheit und die Pflicht zur Weitergabe. „Es gibt Daten, die den Glauben neu entfachen und den Weg zur Inbrunst ebnen“. Gleich zu Beginn wird der Ton vorgegeben: Cavalaire, „dieser kleine Mittelmeerhafen“, wurde 1944 zum „Tor zu dieser wiedergefundenen Freiheit“.
Der Bürgermeister skizzierte ohne Pathos die Szene im Morgengrauen des 15. August: das dunkle Meer, das Dröhnen der Motoren, der bebende Strand und in der Ferne jenes Versprechen, das noch heute die Zeit überdauert: „Haltet durch, wir sind da, la France kehrt zurück...“.
ZEUGE DER FREIHEIT Die Erinnerung wurde intimer, als Philippe Leonelli seinen Vater Paulin zitierte, der am 16. August landete: „Als meine Stiefel den Sand von Cavalaire berührten, verstand ich, dass wir die Zukunft eines Volkes, die Zukunft einer Nation, die Zukunft der Europe, die Zukunft der Welt in unseren Händen trugen“. Im Mittelpunkt der Hommage stand die Einheit der Kämpfer: Amerikaner, Briten, Kanadier, Freie Franzosen, senegalesische Schützen, marokkanische Goumiers, Algerier, Tunesier, Indochinesen, Soldaten aus Äquatorialafrika und dem Pazifik. „Ihr vermischtes Blut hat auf unserem Sand eine einfache, schöne, sehr schöne, klare Wahrheit geschrieben: Die Freiheit hat weder Farbe noch Grenzen“.
Die Dankbarkeit erstreckte sich auch auf die Widerstandskämpfer im Schatten. Die Worte von Marcel, „der einer von ihnen war“, erinnern an die Dankbarkeit aller: „Als ich die ersten Alliierten über den Sand laufen sah, verstand ich, dass der Albtraum endlich ein Ende hatte. Aber ich verstand auch, dass sie ihr Leben gaben, damit unseres neu beginnen konnte und unsere Heimat ihre Farben wiedererlangte“.

LEBENDIGE UND GEMEINSAME ERINNERUNG Schließlich übergab der Bürgermeister das Wort an die Jugend und reichte den Staffelstab weiter. Er zitierte Antoine de Saint-Exupéry: „Wir erben die Freiheit nicht von unseren Eltern, wir leihen sie von unseren Kindern“. Er erinnerte an die Verantwortung, die auf jedem Einzelnen lastet.
Dann wurde der Appell direkt: „Nehmt also diesen Staffelstab. Tragt ihn weiter als wir. Lasst ihn niemals los“.
Er erinnerte alle daran, dass diese Pflicht in der Gegenwart gelebt wird, im Dienste des Gemeinwohls, um gemeinsam in der Vereinigung der Generationen eine Welt aufzubauen, die die Farben des Lebens hochhält. „Danke für den Frieden, meine Damen und Herren, danke für die Freiheit, liebe Familien, danke für die Zukunft, meine lieben Kinder. Wir haben den Staffelstab erhalten.
Wir werden ihn niemals loslassen“.
Vorwärtszugehen bedeutet nicht, dem Vergangenen den Rücken zu kehren, sondern es anders zu bewohnen – nicht als Last, sondern als ein Nachtlicht in der Nacht der Geschichte. Der Frieden lässt sich nicht aufzwingen, er webt sich, Faden für Faden, in der Geduld der richtigen Gesten, der Worte, die zuzuhören verstehen, der Blicke, die offen bleiben. Und wenn die Geschichte uns ihre Wunden hinterlassen hat, möge sie uns auch ihre Lehre hinterlassen: Die Menschheit gewinnt nichts, wenn sie gegeneinander Krieg führt.



Enfin, s’adressant à la jeunesse, le maire a transmis le relais. Citant Antoine de Saint- Exupéry : « Nous n’héritons pas de la liberté de nos parents, nous l’empruntons à nos enfants », il a rappelé la responsabilité qui incombe à chacun. Puis l’appel est devenu direct : « Prenez donc ce témoin. Portez-le plus loin que nous. Ne le lâchez jamais ». À tous, il a rappelé que ce devoir se vit au présent, au service du bien commun, pour construire ensemble, dans l’union des générations, un monde qui porte haut les couleurs de la vie. « Merci pour la paix, mesdames, messieurs, Merci pour la liberté, chères familles, Merci pour l’avenir, mes chers enfants. Nous avons reçu le témoin. Nous ne le lâcherons jamais ». Avancer n’est pas tourner le dos au passé, c’est l’habiter autrement, non comme un fardeau, mais comme une veilleuse dans la nuit de l’Histoire. La paix ne s’impose pas, elle se tisse, fil après fil, dans la patience des gestes justes, des paroles qui savent écouter, des regards qui demeurent ouverts. Et si l’Histoire nous a légué ses blessures, qu’elle nous lègue aussi sa leçon : l’humanité ne gagne rien à se faire la guerre.

Fotos PRESSE AGENCE.