Philippe Leonelli: „Eine Gemeinde lässt sich nicht mit Ausreden führen“
Der ehemalige Bürgermeister Philippe Leonelli und sein Team werfen der neuen Gemeinde vor, die Realität der Dossiers Port und Cœur de Ville zu verzerren.

Das politische Klima in Cavalaire-sur-Mer verschärft sich. In einer Tribüne reagierte der ehemalige Bürgermeister Philippe Leonelli zusammen mit den Abgeordneten seines ehemaligen Teams auf die Mitteilungen der neuen Gemeinderatsmehrheit zu den strukturierenden Projekten Cœur de Ville und Port. Philippe Leonelli verurteilte eine „ungenaue und verzerrte“ Darstellung der Tatsachen und stellte fest, dass der neue Bürgermeister versuche, „das Ausbleiben von Maßnahmen zu rechtfertigen, indem er die Verantwortung auf seine Vorgänger abschiebt“, und forderte ihn auf, seine Wahlversprechen einzulösen.
Er fügte hinzu: „Die Einwohner unterscheiden nicht zwischen administrativer Zeit und realer Zeit. Wenn unsere Projekte nicht auf rechtliche Anfeindungen gestoßen wären, wäre die Akte des Port bereits abgeschlossen und die von Cœur de Ville bereits weit fortgeschritten. Unsere Überzeugung war es nicht, sie einen Monat vor Beginn des Wahlkampfs zu stoppen, da wir in diesem Fall mit Vertragsstrafen seitens der Unternehmen konfrontiert gewesen wären, die die Ausschreibungen gewonnen hatten.“
Der ehemalige Bürgermeister fuhr fort: „Wir hatten eine Vision für Cavalaire, und das ist mit dem neuen Team nicht mehr der Fall, das sich in eine verengte Vision projiziert, die einem Badeort nicht gerecht wird.“

CŒUR DE VILLE: EINE DETAILLIERTE UND ÜBERNOMMENE FINANZIERUNG Im Mittelpunkt der Spannungen steht das Projekt Cœur de Ville, das die neue Stadtverwaltung als nicht finanziert darstellt. Eine Behauptung, die Philippe Leonelli Punkt für Punkt bestreitet, indem er an die etablierte Finanzstruktur erinnert. Seiner Aussage nach war der Finanzierungsplan solide und dokumentiert und stützte sich auf 17 Millionen Euro an Eigenmitteln, die für Ende 2025 geplant waren, 7 Millionen Euro an garantierten FCTVA (Fonds de compensation pour la taxe sur la valeur ajoutée) sowie 3,3 Millionen Euro an Beteiligung der Communauté de communes für das künftige Conservatoire de danse.
Er führt die bereits in der Diskussion befindlichen oder geplanten Subventionen im Detail auf: 600.000 € vom Département für das Kino, 1,7 Millionen von der DRAC für die Médiathèque, 300.000 € vom CNC sowie weitere Hilfen für Grünflächen und die Umweltqualität des Projekts. Ein Darlehen über 21 Millionen Euro befand sich in fortgeschrittenen Gesprächen mit der Banque des Territoires, und nicht mit der Banque de France, „die absolut nicht berechtigt ist, Kredite an Gebietskörperschaften zu vergeben, was zeigt, wie wenig die Dossiers beherrscht werden“, stichelt der ehemalige Bürgermeister.
Philippe Leonelli betont: „Dieser Plan wurde von den Finanzdiensten der Gemeinde validiert“ und erinnert an eine administrative Realität: „Subventionen sind nie alle von Anfang an gesichert. Sie bauen sich im Laufe der Zeit auf, während die Dossiers zusammengestellt werden.“
POLITISCHE ENTSCHEIDUNGEN MIT FINANZIELLEN FOLGEN Jenseits des Streits um Zahlen sind die Abgeordneten der Ansicht, dass die wahre Frage politischer Natur ist. Das neue Team wurde mit einem klaren Programm gewählt: dem Stopp der Projekte Cœur de Ville und Ecobleu sowie einer Senkung der Grundsteuer um 20 %. „Diese Verpflichtungen stellen eine während des Wahlkampfs angekündigte politische Wahl dar, die übernommen und umgesetzt werden muss“, betonen sie.
Gleichwohl warnt sie vor den finanziellen Auswirkungen solcher Entscheidungen: „Projekte dieser Größenordnung zu stoppen, wird zwangsläufig finanzielle Konsequenzen nach sich ziehen: Vertragsstrafen, Rechtsstreitigkeiten und hohe Entschädigungen.“ Das ehemalige Team stellt der neuen Mehrheit eine direkte Frage und fordert Transparenz für die Bürger: „Wie hoch werden die Entschädigungen im Zusammenhang mit dem Stopp der Projekte sein? Die Cavalairois haben das Recht, die finanzielle Realität der Entscheidungen zu erfahren, die sie betreffen.“
PORT: DIE DRINGLICHKEIT DES HANDELNS VOR DER SOMMERSAISON Das Dossier des Port ist ebenfalls eine Quelle der Sorge. Das Team von Philippe Leonelli weist die Argumente der neuen Stadtverwaltung über angebliche Verschmutzungsprobleme zurück, die die Arbeiten blockieren würden. Ihr zufolge handelt es sich lediglich um ein „Problem bei der Lagerung von Bauschutt, weswegen der Bauleiter abgemahnt wurde“.
Das ehemalige Gemeindeteam erinnert an die Dringlichkeit des Handelns angesichts der bevorstehenden Tourismussaison, die für die lokale Wirtschaft lebenswichtig ist. Eine vom Cerema gewährte Subvention in Höhe von 1 Million Euro ist zudem an den Baubeginn vor Ende 2025 geknüpft.
„Sich hinter Sachzwängen zu verstecken, ist keine Entschuldigung für Untätigkeit. Die Cavalairois, die Freizeitschiffer und die Händler ebenso wie die Urlauber erwarten Ergebnisse“, warnt sie.
EINE VERTEIDIGTE BILANZ UND EIN AUFRUF ZUM HANDELN Abschließend bekräftigt sie, dass sie zu ihrer Bilanz und den eingeleiteten Projekten steht, und erinnert daran, dass die Projekte Ecobleu und Cœur de Ville ohne die Rechtsmittel Dritter bereits abgeschlossen oder gestartet wären. Sie hebt die finanzielle Sanierung der Gemeinde während ihrer Amtszeit hervor, bei der die Entschuldungsfrist von 28 Jahren im Jahr 2014 auf weniger als 2 Jahre im Jahr 2025 sank.
Philippe Leonelli bedauert weiter: „Das neue Team kündigt nicht an, was es tun wird. Bei seiner letzten öffentlichen Versammlung (am 11. Mai) gingen die Einwohner mit dem Gefühl nach Hause, nichts gelernt zu haben. Auf ihre Projekte angesprochen, weicht sie aus.“
Seine Botschaft soll ein Appell an die neue Mehrheit sein, von Rechtfertigungen zu Taten überzugehen: „Eine Gemeinde lässt sich nicht mit Ausreden führen. Sie wird mit Mut, Wahrheit, Verantwortung und Taten geführt.“
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