27.07.2026

Privates Erbe im Zentrum eines öffentlichen Machtkampfs

In Port Grimaud spielt sich hinter dem Bild einer friedlichen Lagunenstadt ein institutioneller Konflikt ab, der sich im Laufe der Monate verschärft hat.

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 4. Mai 2026 Lesezeit: 4 Min.
Un patrimoine privé au cœur d’un bras de fer public
Un patrimoine privé au cœur d’un bras de fer public© La Gazette du Var
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Die Associations Syndicales Libres (ASL) haben mehrere Verfahren gegen die Gemeinde Grimaud eingeleitet. Der Grund: der Rückkauf der Hafenkonzessionen, das Eigentum an bestimmten Gütern, die Verwaltung der Wasserfläche und ein großes kommunales Investitionsprojekt. Für Philippe de Saint Rapt, Präsident von Port Grimaud, ist das Anliegen klar: „Wir verteidigen einfach das, was den Eigentümern gehört, und den eigentlichen Geist von Port Grimaud“.

Un patrimoine privé au cœur d’un bras de fer public

EIN ERSTER FINANZIELLER STREITPUNKT ÜBER 1,7 MILLIONEN € Der erste Rechtsstreit betrifft die Zahlung für die Rückgabeobjekte im Zusammenhang mit dem Rückkauf der Jachthafenkonzessionen. Die heute von der Gemeinde genutzten Infrastrukturen wurden von den ASL finanziert, der Rückkaufwert wurde jedoch noch immer nicht beglichen. Für Port Grimaud I beläuft sich die Summe auf „1,7 Millionen €“.

Laut Philippe de Saint Rapt reicht die Gemeinde „ihre Schriftsätze nicht beim Gericht ein“ und zögert, ihre Experten mit denen der ASL zusammenarbeiten zu lassen. Eine Untätigkeit, die als Mangel an echtem Willen wahrgenommen wird, den Streit anders als vor Gericht beizulegen.

UMSTRITTENE ANEIGNUNGSVERSUCHE Zweite Front. Die Gemeinde beansprucht das Eigentum an mehreren Gütern, die den ASL gehören: Straßen, Parkplätze, Gebäude, Grundstücke. Diese Ansprüche werden bestritten, da „jede Veräußerung des Vereinsvermögens nur mit Zustimmung der Generalversammlung erfolgen kann“.

Für die Eigentümer handelt es sich um einen ungerechtfertigten Aneignungsversuch, zumal diese Güter von Anfang an von ihnen finanziert und instand gehalten wurden.

DER STATUS DER WASSERFLÄCHE, EINE ENTSCHEIDENDE FRAGE Der dritte Rechtsstreit betrifft die Eigentumsverhältnisse der Wasserfläche. Die Gemeinde möchte bestimmte Bereiche in das künstliche öffentliche maritime Eigentum eingliedern. Die ASL weisen darauf hin, dass diese Wasserfläche ein „Teil. Jeder Eigentümer zahlt im Übrigen „eine Grundsteuer und eine Wohnsteuer auf den Teil der Wasserfläche“, den er nutzt.

Die Frage geht über den rein rechtlichen Rahmen hinaus: Sie berührt das Wesen von Port Grimaud selbst, das als privater Hafen und nicht als öffentlicher Jachthafen konzipiert wurde.

EIN BESORGNISERREGENDES GEMEINDEPROJEKT ÜBER 110 MILLIONEN € Zu diesen Streitigkeiten kommt ein Investitionsprojekt der Gemeinde hinzu, das auf „110 Millionen €“ geschätzt wird, wovon „59 Millionen von den Eigentümern finanziert werden sollen“. Der Plan sieht insbesondere neue, höhere Deiche vor, die das Erscheinungsbild der Hafeneinfahrt und das hydraulische Gleichgewicht des Standorts verändern könnten. Die ASL haben im Rahmen der Anhörung im Jahr 2025 bereits eine ablehnende Stellungnahme abgegeben.

Die Bewohner befürchten eine tiefgreifende Veränderung der Lagunenstadt, die als Erbe des 20. Jahrhunderts eingetragen und 2018 mit dem Label „Architecture Contemporaine Remarquable“ ausgezeichnet wurde. Sie befürchten auch eine finanzielle Logik, bei der Port Grimaud zu einer Einnahmequelle für die Allgemeinheit würde, ohne realen Nutzen für seine Bewohner.

EIN EPISODE, DIE EIN KLIMA DES MISSTRAUENS OFFENBART Das Klima zwischen den ASL von Port Grimaud und der Gemeinde hat sich im vergangenen Sommer deutlich verschlechtert, als ein sehr konkreter Vorfall die Spannungen kristallisierte. Auf einem der Grundstücke der Association Syndicale des Propriétaires (ASP) errichtete die Gemeinde ohne vorherige Genehmigung eine Struktur zur Aufnahme von Besuchern. Dem Dokument zufolge „war die ASP gezwungen, Klage gegen die Gemeinde einzureichen, die auf einem ihrer Grundstücke eine nicht genehmigte Anlage errichtet hatte“.

Dieser einseitige Eingriff wurde als Eingriff in die Verwaltung eines privaten Eigentums empfunden, das von den Eigentümern seit der Entstehung der Lagunenstadt finanziert und instand gehalten wurde.

EINE SICH VERSCHLECHTERNDE BEZIEHUNG Die Eigentümer prangern eine klischeehafte Sichtweise der Gemeinde an, die sie als „eine Bande von Wohlhabenden“ betrachte, die jede Last tragen könne. Sie betonen jedoch, dass sie sich nie geweigert haben, zum Betrieb des Hafens beizutragen, vorausgesetzt, die Beträge sind gerechtfertigt. „Die Bewohner sind bereit, jährlich 500 € zu zahlen, aber nicht, sofort einen Scheck über 40.000 € auszustellen und dann 2.000 € pro Jahr für eine Leistung zu zahlen, die wir nicht erhalten“.

DEN GEIST EINES EINZIGARTIGEN ORTES BEWAHREN Über die Verfahren hinaus steht die Identität von Port Grimaud selbst auf dem Spiel. Die Eigentümer verteidigen ein Modell, das auf kleinen Booten, sanfter Schifffahrt, engen Kanälen und einem kontrollierten öffentlichen Zugang basiert. Sie möchten, dass die Gemeinde die Besonderheit des Ortes anerkennt und „einen Teil der Steuereinnahmen aus dem Tourismus an die ASL zurückgibt, um den Empfang der Besucher zu finanzieren“.

Sie fordern außerdem, dass die Hafenverwaltung und der Staat als Miteigentümer ihren Anteil an den Lasten tragen, was diese derzeit ablehnen.

Pour Philippe de Saint Rapt, l'enjeu est simple : „Port Grimaud muss ein privates, offenes, aber geschütztes Lagunendorf bleiben. Es ist kein öffentlicher Hafen und es ist kein Tourismusprodukt, das man umgestalten kann“.

Aufgezeichnet von Pierre BEGLIOMINI.