27.07.2026

François Spoerry, der Mann hinter dem Traum

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 3. November 2025 Lesezeit: 2 Min.
François Spoerry, l’homme derrière le rêve
François Spoerry, l’homme derrière le rêve© La Gazette du Var
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Wer war François Spoerry?

Als Elsässer Architekt und leidenschaftlicher Segler träumte er von einem privaten Hafen für sein Boot. Bei einem Mittagessen in Cavalaire erzählte ihm ein Freund von einem sumpfigen Grundstück. Um 16 Uhr besichtigten sie es, und François unterschrieb sofort den Vorvertrag. Er hatte eine Vision: die Lagune von Venise. Das sumpfige und sandige Gelände war 30 Hektar groß und ungenutzt.

François Spoerry, l’homme derrière le rêve

Wie hat die Verwaltung dieses revolutionäre Projekt aufgenommen?

Vor 1968 war es ein Weg voller Hindernisse. Die Entscheidungsträger davon zu überzeugen, dass eine Hafenstadt auf Sümpfen entstehen könnte, hatte in France kein Vorbild. François, jung und Überlebender der Konzentrationslager, beharrte auf seiner Vision. Trotz der Kühnheit des von ihm selbst finanzierten Projekts flößte er Vertrauen ein. Er sprach bei den Ministerien vor, bis ein hoher Beamter namens Théobald an ihn glaubte und ihm half, am 14. Juni 1966 die Baugenehmigung zu erhalten.

Glauben Sie, dass seine Vergangenheit im Widerstand diese Kühnheit beeinflusst hat?

Absolut. Engagiert in der Résistance, deportiert, hatte er das Äußerste überlebt. Risiken einzugehen, war für ihn selbstverständlich geworden. Beharrlich das amerikanische „landscaping“ verfolgen. Er hatte die Vision einer Stadt mit allem, was dazugehört.

Verkörpert sich diese Vision in einem neoprovenzalischen Stil?

Ja. Er hat sogar ein Buch geschrieben, „L’Architecture douce“, aus dem hier ein Auszug stammt: „Die besondere Atmosphäre in Port-Grimaud, die ihm eine Art Beständigkeit verleiht, ergibt sich aus dieser Solidarität mit den Bauten vergangener Jahrhunderte, aber auch aus der systematischen Nutzung der geringen Dachneigungen, der römischen Ziegel in Pastelltönen, der Gesimse, die alle Gebäude beherrschen, und der Putze, deren Palette an Ocker- und Strohgelbtönen im Laufe der Zeit zu einem Zauber geworden ist. Wir haben verwendet... neugierig, die Polizeiberichte seit der Gründung zu sehen: Ich bezweifle, dass es viele Übergriffe gegeben hat.“

War die Nähe zu Saint-Tropez strategisch?

Natürlich. François wusste, dass man in der Nähe eines attraktiven Ortes und eines Flughafens sein musste. Er investierte sein eigenes Geld, es musste verkauft werden, und zwar schnell.

Welches Bild haben Sie von seiner Ausstrahlung in Erinnerung?

Ich erinnere mich an einen Markt in Mexique im Jahr 1972. Dort wurden T-Shirts mit der Aufschrift „Saint-Tropez“, andere mit „Brigitte Bardot“ und „Port-Grimaud“ verkauft. Japaner, Chinesen... von der Gemeinde hinterlegt. Nach der Anrufung durch die Vertreter von Port-Grimaud vertrat das INPI die Auffassung, dass diese Anmeldungen böswillig erfolgt waren. Dem Institut zufolge versuchte die Gemeinde, sich eine territoriale und kommerzielle Identität anzueignen, die ihr nicht gehörte. Diese Verwaltungsentscheidung setzt ein starkes Zeichen: Die Aneignung eines symbolträchtigen Namens, der mit einer Geschichte und einer spezifischen lokalen Verwaltung verbunden ist, kann nicht ohne Wahrung älterer Rechte erfolgen. Sie stellt die Legitimität von Port-Grimaud, über den eigenen Namen zu verfügen, symbolisch wieder her. •

Interview geführt von Pierre BEGLIOMINI Foto DR.