27.07.2026

Émilie WIECZOREK: „Wenn technische Ambition zum menschlichen Abenteuer wird“!

Fast sieben Jahre lang begleitete Émilie Wieczorek im Herzen der Baustelle zur Erweiterung der A57 in Toulon als Projektleiterin die Projekte...

RGVon Rédaction Gazette du VarJournalist 6. Oktober 2025 Lesezeit: 3 Min.
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Mit Leidenschaft und einem offenen Ohr leitete sie ein Großprojekt, das Innovation, die Pflege des Naturerbes und soziale Integration miteinander verband. In diesem Interview berichtet sie über ihre Erfahrungen, ihre Vision des Managements und darüber, wie sie vor Ort dauerhafte Beziehungen aufgebaut hat. Sie beantwortet die Fragen von La Gazette du Var.

Was genau war Ihre Aufgabe? Émilie WIECZOREK. Ich stieß zum Zeitpunkt des Dossiers zur Erklärung des öffentlichen Nutzens dazu.

Danach habe ich alles begleitet: Studien, Auftragsvergabe und schließlich die Baustelle. Ich leitete die umweltbezogenen Bereiche – Lärmschutzwände, Rückhaltebecken, Begrünung – aber auch einen eher unerwarteten Bereich: die soziale Integration. Meine Rolle bestand darin, dafür zu sorgen, dass sich jede Komponente des Projekts technisch und menschlich nachhaltig in die Region integriert.

Man stellt sich Zwänge, Spannungen und Unvorhergesehenes vor? ÉW. Überraschenderweise waren diese Unvorhersehbarkeiten ein Antrieb.

Manchmal befindet man sich in intensiven Phasen, in denen man alles neu ausrichten, alles neu organisieren muss. Aber ich liebe diese Momente, in denen man im Team schnell nachdenken muss, um Lösungen zu finden. Die gemeinsame Problemlösung hat eine anregende Dynamik.

Ich habe schon immer verschlungene Pfade einer geraden Linie ohne Überraschungen vorgezogen.

Gab es einen bestimmten Moment, der Sie geprägt hat? ÉW. Die Verpflanzung der Palmen und Olivenbäume...

Sie haben dem Beton fast die Show gestohlen. Schon bei den ersten Treffen wurde uns klar, dass diese Bäume Teil der emotionalen Landschaft der Einwohner von Toulon sind. Wir konnten sie nicht einfach fällen, also entschieden wir uns, sie zu erhalten.

Das war eine Art, die Identität der Region zu respektieren und den Einwohnern von Toulon zu sagen: Ja, wir verändern etwas, aber wir löschen es nicht aus.

Wir haben fast 200 Bäume ausgegraben, einige davon riesig mit einer Höhe von über 13 Metern. Sie wurden mehrere Jahre lang in einer Baumschule untergebracht und gepflegt, bevor sie nach dem Fortschreiten der Arbeiten zurückkehrten, um die Anschlussstellen zu verschönern. Das war völlig neu bei uns, aber wir sind drangeblieben, weil es sinnvoll war.

Eine solche Geste erzählt etwas anderes als Aufmaße, Zeitpläne und CO2-Bilanzen. Sie erzählt von Aufmerksamkeit, vom Wunsch, Gutes für den Ort und für die Menschen zu tun, die dort leben. Und es war sehr konkret, um es meinen Kindern zu erzählen: „Schaut mal, diese Bäume da hat Mama versetzt“.

Wie haben Sie das eigentlich auf persönlicher Ebene erlebt? ÉW. Diese Baustelle markierte eine prägende Phase.

Ich habe hier mein zweites Kind bekommen und mir auch einen neuen Freundeskreis aufgebaut, da ich aus Montpellier kam. Zu Hause war dieses Projekt Teil unseres Alltags. Mein Sohn war begeistert von den Baumaschinen, den umgepflanzten Palmen und den begrünten Kreisverkehren.

Mein Partner war eine ständige Unterstützung. Diese Jahre haben uns zusammengeschweißt, im gegenseitigen Respekt für unsere Verpflichtungen.

Und was haben Sie auf beruflicher Ebene über sich selbst gelernt? ÉW. Ich habe mich im menschlichen Management enorm weiterentwickelt.

Ich habe gelernt, meine Sprache an die jeweiligen Gesprächspartner anzupassen: einen Anwohner, einen Abgeordneten, einen Arbeiter, einen Ingenieur... Man muss zuhören, verständlich erklären und deeskalieren können. Ich denke, mein umweltbezogener Hintergrund hat mir eine besondere Sensibilität für die Auswirkungen unseres Handelns verliehen.

Aber dieses Abenteuer hat mich auch in meiner Haltung geprägt: Strenge, Anpassungsfähigkeit und immer das Bestreben, gemeinsam als Kollektiv zu handeln.

Wir haben weit mehr als nur ein Bauwerk errichtet. Wir haben ein Team aufgebaut. Ein Team, das sich nun allmählich auflöst?

ÉW. Ja. Die operative Projektleitung neigt sich dem Ende zu.

Einige sind bereits zu anderen Projekten gewechselt. Aber wir behalten diese einzigartige Verbindung. Sie waren nicht nur Kollegen: Wir haben gemeinsam etwas durchgestanden.

Wir haben bewegende Situationen bewältigt, Momente des Zweifels und gemeinsame Erfolge erlebt. Von all dem wird ein immenser Stolz bleiben... und viele Freundschaften.

Ein Schlusswort? ÉW. Diese Baustelle ist ein schönes Kapitel. Nicht nur, weil sie technisch ausgereift war, sondern weil sie menschlich gelungen ist. Wenn ich eines mitnehme: Man kann Exzellenz und Achtsamkeit für andere miteinander vereinbaren. Und wenn das gelingt, sind die Ergebnisse nicht nur in der Landschaft sichtbar. Sie zeigen sich auch in den Blicken der Menschen.