Pierre ZERBI: „Hinter den Kulissen der Baustelle, menschliche Erfahrungen vor Ort“
Auf der Großbaustelle zum Ausbau der A57 in Toulon spielten diskrete Persönlichkeiten im Schatten der Maschinen eine Schlüsselrolle.
Darunter Pierre Zerbi, Betriebsleiter, der fünf Jahre lang eine Reihe komplexer technischer Phasen koordinierte. Doch über sein Fachwissen hinaus erzählt er von einem zutiefst menschlichen Abenteuer. Er beantwortet die Fragen von La Gazette du Var.
Sie waren von Beginn der Baustelle an dabei. Was war Ihre Rolle? Pierre ZERBI.
Ich bin im Sommer 2020 angekommen, noch vor dem Start der Hauptarbeiten. Ich habe die vorbereitenden Arbeiten übernommen: Abriss von Gebäuden, Umlegung von Wasser-, Strom- und Gasleitungen... alles, was nötig war, um das Gelände freizumachen und zu sichern, damit NGE anschließend eingreifen konnte.
Danach widmete ich mich anderen Aufgaben, insbesondere den Parallelfahrbahnen der Autobahn, und ab 2023 plante ich die Nachtarbeiten und die Absperrungen bis zur Übergabe. Diese Art der Koordination setzt echtes Teamplay voraus... PZ.
Absolut. Wir hatten jeden Dienstag wöchentliche Besprechungen und täglichen Austausch mit NGE, um den Zeitplan anzupassen. Nachts sperrten wir Strecken, bauten die Absperrungen auf und informierten die Präfektur, die Rettungskräfte sowie die Presse.
Der Erfolg lag in dieser millimetergenauen Organisation... aber vor allem in diesem menschlichen Zusammenhalt. Wie genau haben Sie den menschlichen Aspekt dieser Mission erlebt?
PZ.
Ich habe nie eine schwere Last empfunden. Und in 25 Jahren Autobahnarbeit ist das selten. Es gab eine gegenseitige Hilfe, eine aufrichtige Solidarität.
Wir haben zusammen abgeschaltet, gemeinsames Frühstück unter Kollegen organisiert, jeder brachte regionale Spezialitäten mit. Ich habe in Toulon sogar wieder mit dem Sport angefangen. Wir liefen in der Mittagspause, manchmal sogar bei Sonnenaufgang.
Hatte diese Atmosphäre Auswirkungen auf Ihr Wohlbefinden? PZ.
Ja. Ich bin von Natur aus eher gestresst, ich wollte immer sicherstellen, dass alles korrekt abläuft. Aber das Vertrauensklima, das unsere Direktoren Salvador Nunez und Michel Castet geschaffen haben, hat es mir ermöglicht, gelassen voranzukommen.
Sie trugen den Gesamtdruck, was uns Autonomie und Konzentration vor Ort ermöglichte. Wie hat Ihr Umfeld diese Jahre erlebt? PZ.
Meine Töchter haben die Baustelle mitverfolgt. Sie zeigten mir die Fortschritte aus dem Auto heraus, sie waren stolz. Und sie lernten meine Kollegen beim Joggen oder bei organisierten Ausflügen kennen. Diese Baustelle wurde zu Hause zu einem gemeinsamen Thema. Wir sprachen über die Kollegen wie über Angehörige. Eine prägende Erinnerung an dieses Abenteuer?
PZ.
Gerade die Einfachheit des Alltags. Anekdoten über eine geteilte Wurstschneidemaschine im Pausenraum oder einen Spitznamen, der immer wiederkehrt... Das sind die Dinge, die bleiben. Die Baustelle war mehr als nur Arbeit. Es war ein echter Lebensabschnitt. Welche persönliche Lehre ziehen Sie daraus?
PZ.
Dass nichts ohne Vertrauen und Teamgeist funktioniert. Es gab kein Ego, jeder erfüllte seine Rolle, ohne sich in den Vordergrund drängen zu wollen. Wir haben uns gegenseitig unterstützt. Das hat es uns ermöglicht, Spannungen und Unvorhergesehenes zu überstehen und gemeinsam die Ziellinie zu erreichen. Ein Schlusswort?
PZ.
Ich hatte Spaß. Ich habe gelernt. Und vor allem habe ich etwas Starkes erlebt. Jedes Mal, wenn ich diese Autobahn befahren werde, werde ich mit einem Lächeln an diese Jahre zurückdenken.